• Geschlecht, Feminismus, Antifeminismus und Imperialismus

  • Von Susan Zimmermann | 18 Jul 17 | Posted under: Antirassismus/Migration , Feminismen , Geschichte
  • Anmerkungen zu den Debatten über die Haltung migrantischer Männer gegenüber Frauen aus geschlechterhistorischer Perspektive

    Der folgende Beitrag zur aktuellen Debatte über die sogenannte Flüchtlingskrise in Europa basiert auf einem Vortrag, den ich auf dem Workshop »Crises and Victims« in Budapest im Februar 2016 gehalten habe.[1] Ausgehend von einer geschlechterhistorischen Perspektive erörtert er historische und gegenwärtige Anrufungen weiblicher Emanzipation und weiblicher Unterwerfung in asymmetrischen transnationalen und kulturübergreifenden Diskursen und politischen Praxen. Das Ziel ist, besser zu verstehen, warum die »Geschlechterfrage« spätestens seit dem 19. Jahrhundert eine herausgehobene Rolle bei der Aushandlung und Gestaltung des asymmetrischen Verhältnisses zwischen Ländern mit »weißer« bzw. »brauner« Bevölkerung weltweit einnimmt und wie dies im Einzelnen funktioniert (hat). Zu diesem Zweck diskutiere ich verschiedene Vorgänge sowie langfristige Trends an, die zeigen, wie sich der westliche Imperialismus sowie einige weiße, aber auch nichtweiße feministische und antifeministische und antiwestliche Ideologien, die im Globalen Süden zum Teil verschmelzen, in länder- bzw. kulturübergreifenden diskursiven, politischen und militärischen Begegnungen auf die »Frauenfrage« berufen haben. In einem nächsten Schritt werde ich deutlich machen, wie die Kritik dieser langen Geschichte der Interaktion unter »Ungleichen« dabei behilflich sein kann, die Hetze gegen migrantische Männer und deren Einstellungen gegenüber Frauen zurückzuweisen, die etwa durch die mediale Skandalisierung von sexuellen Gewalttaten »nordafrikanischer« Männer gegenüber »weißen« Frauen immer wieder neue Nahrung erhält – und zwar ohne in die vielen Fallen zu tappen, die sich dabei auftun. Es ist schwer, nicht in diese Fallen zu tappen, und ich werde unter anderem diskutieren, wie es einigen Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen, die sich gegen die Anrufung von Frauenrechten im Namen eines gegen Geflüchtete gerichteten Rassismus ausgesprochen haben, diesbezüglich ergangen ist. Ich behaupte ausdrücklich, dass eine Betrachtung der langen Geschichte der Verflechtung zwischen sich globalisierenden Geschlechterpolitiken und globaler Ungleichheit dazu dienen kann, eine andere Sicht auf die gegenwärtige Situation in Europa zu erhalten, wo gegen Migranten und Geflüchtete gerichtete Diskurse und Politiken systematisch auf »westliche« Geschlechternormen und -vorstellungen zurückgreifen, um ihre Sichtweisen zu rechtfertigen. Abschließend werde ich einige strategische Hinweise geben, wie wir uns am besten dagegen wehren können, dass rassistische und imperialistische Politiken im heutigen Europa verstärkt positiv Bezug nehmen auf Frauenrechte oder das Prinzip der Geschlechtergleichheit, die angeblich derzeit durch die »Neuankömmlinge« bedroht sei.

    Die Entstehung von sich globalisierenden Geschlechterpolitiken im langen 19. Jahrhundert

    In historischer Perspektive stellen sich globalisierende Geschlechterpolitiken als ein Element diverser internationaler und transnationaler politischer Praxen und Diskurse in einem zutiefst hierarchisch organisierten und von massiven Ungleichheiten geprägten Weltsystem dar. Eine Vignette aus der Geschichte Großbritanniens, die den Umgang der Briten mit nichtstaatlichen Territorien und den dortigen Machthabern Mitte des 19. Jahrhunderts veranschaulicht, kann als Ausgangpunkt dienen, um nachzuzeichnen, wie Geschlechterfragen Eingang in diese globalen Interaktionen und Austauschbeziehungen fanden. In der damaligen Situation, in der Großbritannien die unangefochtene maritime Weltmacht war, schlossen Kommandeure der britischen Flotte sowie andere britische Beamte und Behörden reihenweise Verträge und Vereinbarungen mit örtlichen Herrschern ab, die bestimmte Gebiete an der afrikanischen Küs­te kontrollierten. Das Hauptziel dieser Verträge war die Durchsetzung des freien Handels in deren Territorien und die Unterbindung des afrikanischen und transatlantischen Sklavenhandels, in den viele dieser chiefs und deren Untertanen, aber auch ausländische Sklavenhändler involviert waren. Repräsentanten der britischen Krone wurden weitreichende Rechte eingeräumt, die Einhaltung der getroffenen Abmachungen zu überwachen und notfalls mit Gewalt sicherzustellen. Die Unterdrückung des Sklavenhandels, auf die in diesen Verträgen immer wieder als ein »Gebot der Menschlichkeit« Bezug genommen wurde, stellte Mitte des 19. Jahrhunderts eines der wichtigsten von den Briten weltweit verfolgten »humanitären« Ziele dar.[2] Die »Erklärung des Königs und der Stammesoberhäupter von Bimbia«, die am 31. März 1848 unterzeichnet wurde und sich auf ein Küstengebiet bezieht, das heute zu Kamerun gehört, steht stellvertretend für diese Art der Vertragsschließung. Die afrikanischen chiefs mussten sich verpflichten, »ihren abscheulichen, unmenschlichen und unchristlichen Brauch, Menschenleben zu opfern […], und anderen auf ihrem Aberglauben beruhenden Handlungsweisen abzuschwören«, darunter die Opferung der Ehefrau eines chiefs nach dessen Tod.[3] Andere humanitäre Ziele, die die Briten verfolgten, waren die humane Behandlung von Kriegsgefangenen (die nach ihrer Festnahme nicht länger getötet werden sollten), sowie die Beendung der »Polygamie«.

    Es ist also wichtig, festzuhalten, dass die »humanitäre Gesinnung« der Briten nicht allein im Bemühen um die Durchsetzung bestimmter Geschlechternormen und Umgangsformen zum Ausdruck kam, sondern sich die Briten in diesem Rahmen eine ganze Reihe von Zielen setzten.

    Ungeachtet dieser Komplexität lassen sich einige grundlegende Merkmale herausarbeiten, die die damaligen politischen Argumentationen und Praxen in Bezug auf Geschlechterpolitik und humanitäre Werte kennzeichneten. So verband man das universalistische Argument von der globalen Reichweite und Nichtverhandelbarkeit bestimmter Regeln, die »ein Gebot der Menschlichkeit« seien, mit der Behauptung, diese seien tief verwurzelt im Christentum oder entsprächen den Standards der (ursprünglich rein europäischen) »Völkerfamilie«; später trat an die Stelle der Bezugnahme auf die »Völkerfamilie« die Bezugnahme auf die »internationale Staatengemeinschaft«. Es kam damit zu einer Entkontextualisierung der geforderten Normen und Standards, sodass diese als ein nicht hinterfragbarer Bezugspunkt für die Begründung von grenzüberschreitenden »Ein-Themen-Politiken« dienen konnten. Auf diese Weise konnten die sich globalisierenden Geschlechterpolitiken unabhängig vom Rahmen und von den Bedingungen, unter denen sie stattfanden – das heißt, selbst dann, wenn sie im Rahmen globaler Machtpolitik oder imperialistischer und militärischer Interventionen betrieben wurden – , als nicht hinterfragbare Politiken dargestellt werden.

    Der Umgang der westlichen Mächte mit nichtwestlichen Machthabern hing daher nicht zuletzt von der Bereitschaft der Letzteren ab, den sich damals im Völkerrecht herausbildenden »zivilisatorischen Standards« zu folgen. Anders formuliert: Die Anerkennung dieser Machthaber als Partner in den internationalem Beziehungen wurde davon abhängig gemacht, inwieweit sich diese an den vorgegebenen »zivilisatorischen Standard« hielten. Gerrit Gong hat darauf hingewiesen, dass geschlechtsspezifische Normen und Regeln ein zentrales Element der rechtlichen Ausgestaltung dieses »zivilisatorischen Standards« und der damit im 19. Jahrhundert verbundenen politischen Strategien und Diskurse darstellten. Der »Standard« fungierte als anpassungsfähiges rechtliches Instrument, welches als »biegsamstes« und »subjektivstes« Element sogenannte humanitäre Werte beinhaltete, nämlich »die Forderung, dass sich ein Land an bestimmte zivilisatorische Grundregeln« hält. Ein Land galt nur dann als zivilisiert, wenn es sich in Übereinstimmung mit den »anerkannten Normen und Praxen« der »Gemeinschaft der entwickelten Staaten« verhielt. Hierzu gehörte zum Beispiel von staatlicher Seite, das sogenannte sati-Ritual (Witwenverbrennung bzw. Witwenselbsttötung) und Polygamie zu verurteilen.[4] Diese Anforderungen standen im Zentrum der sich globalisierenden Geschlechterpolitiken.

    Die wesentlichen Merkmale dieser Politiken zeigten sich dabei nicht nur in Vertragsabschlüssen und im offiziellen politischen Umgang mit nichtwestlichen Machthabern und anderen Instanzen, die im vom Westen dominierten internationalen System als nicht souveräne Akteure behandelt wurden. Eine ähnliche Logik beherrschte auch andere Dimensionen von sich globalisierenden Geschlechterpolitiken, darunter weniger formalisierte globale Reform- und Geschlechterdiskurse und kolonialistische Praxen in Ländern, die zum britischen Empire gehörten. Das mit am besten erforschte Beispiel hierfür ist der langanhaltende britisch-indische Streit über sati. Nach 1810 hatte sich in Großbritannien, initiiert von christlichen Missionaren und der humanistischen Bewegung, eine starke Kampagne gegen das in Indien praktizierte Ritual der Witwenselbsttötung herausgebildet. Die sati-Gegner_innen vertraten die Auffassung, Großbritannien sei dazu verpflichtet, seinen indischen Untertanen Kultur und Zivilisation zu bringen und insbesondere dafür zu sorgen, den Umgang der indischen Gesellschaft mit Frauen zu verbessern. Die Kampagne nahm zwar Bezug auf die »leidende Menschheit«, richtete ihre Forderung jedoch in erster Linie an die mächtigen Kolonialherren, die im Namen bzw. zugunsten der leidenden Frauen handeln sollten. Auf diese Weise legitimierten die Protagonist_innen der Kampagne die imperiale Macht, indem sie einerseits auf humanitäre Ziele und die Werte der westlichen Zivilisation rekurrierten, und anderseits auf die Rettung der »einheimischen« unterdrückten Frauen Bezug nahmen. 1829 erließen die Briten in Indien ein Gesetz, das sati für illegal erklärte und als Meilenstein auf dem Weg zum Verbot dieser Praxis gilt.[5]

    Der Feminismus und Forderungen nach Emanzipation der Frauen im Wes­ten waren seit den »proto-feministischen« Anfängen im späten 18. Jahrhundert eingewoben in das imperialistische Projekt, westliche Vorstellungen und Politiken mit Bezug auf Frauen und Geschlechterverhältnisse zu globalisieren. Dies hat insbesondere Clare Midgley in ihren Forschungen gezeigt. Midgley zufolge bezogen bereits die frühesten (proto)feministischen Strömungen in der Periode zwischen 1790 und 1869 die Idee des Fortschrittes in Sachen des gesellschaftlichen Status von Frauen und des Geschlechterverhältnisses auf die westlichen und christlich geprägten Kulturen. Nichtwestliche Gesellschaften galten ihnen dagegen grundsätzlich als despotisch und korrupt; hier wurden Frauen, so die gängige Sichtweise, in einem erbärmlichen Zustand der vollkommenen Abhängigkeit und Unterordnung gehalten. Damit deuteten diese Strömungen die Unterdrückung von Frauen in westlichen Gesellschaften, die ja weiterhin Bestand hatte, als eine Anomalie und/oder als anachronistisches Überbleibsel einer »unzivilisierten Vergangenheit«. Anders formuliert: Die Unterordnung von Frauen entsprach demnach nicht dem Wesen westlicher Gesellschaften, vielmehr stand der Westen für Modernität und die Emanzipation der Frau.[6] Vor dem Hintergrund eines extremen Ungleichgewichts bei den internationalen Beziehungen und eines erheblichen Machtgefälles zwischen den dominanten Ländern und den abhängigen Ländern mit ihrer mehrheitlich nichtweißen Bevölkerung wurde es auf diese Weise möglich, zwischen der Anerkennung des Prinzips der Gleichheit der Frau und westlichen Werten einen positiven Zusammenhang herzustellen und gleichzeitig – unter Berufung auf die herzustellende Gleichheit der Frau – imperiale Herrschaftspraxen zu rechtfertigen.

    Bislang ging es in diesem Vortrag darum, aufzuzeigen, wo einige der historischen Ursprünge für die Gleichsetzung von Frauenemanzipation mit westlicher Kultur liegen, und darauf aufmerksam zu machen, dass die Globalisierung von Geschlechterpolitiken im 19. Jahrhundert imperiale Untertöne hatte bzw. regelmäßig auch handfeste imperialistische Interessen (mit)verfolgte. Dies hatte dramatische Konsequenzen für die Frauenemanzipation sowohl in den herrschenden als auch in den unterworfenen Weltregionen, sowie für dominante weiße und nichtdominante nichtweiße Bevölkerungen. Wir müssen diese Geschichte kennen, wenn wir begreifen wollen, warum die sogenannte Erste Welt heute so auf die aktuellen Migrations- und Fluchtbewegungen von Menschen, die aus außereuropäischen Ländern in den Globalen Norden kommen, reagiert, wie sie es gerade tut.

    Die Internationalisierung des geschlechterpolitischen Imperialismus im 20. und 21. Jahrhundert

    Im 20. und 21. Jahrhundert sind Geschlechterpolitiken zu einem wichtigen Bestandteil von moderneren Formen globaler Steuerung geworden, wobei es oberflächlich betrachtet so aussehen mag, als seien diese weniger imperialistisch als ihre Vorläufer aus dem 19. Jahrhundert. Aber selbst ein flüchtiger Blick auf die historische Entwicklung der Integration von Geschlechterfragen in internationale Governance-Systeme macht deutlich, dass wir in diesem Zusammenhang besser von einer Transformation oder gar einer Ausweitung des Imperialismus sprechen sollten.

    Die Anfänge dieser Transformation reichen bis ins letzte Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Damals setzte ein Prozess ein, den man als eine Multilateralisierung der Globalisierung von Geschlechterpolitik bezeichnen könnte. Nach Ende des Ersten Weltkriegs kam es zu einer Institutionalisierung internationaler Organisationen, verkörpert insbesondere im Völkerbund. Damals veränderte sich der Charakter des geschlechterpolitischen Imperialismus in geografischer und geopolitischer Hinsicht: Er war nicht länger eindeutig allein dem Westen zuzuordnen. Diejenigen Vorstellungen in Bezug auf das Geschlechterverhältnis, die als universell galten und vormals stets mit dem westlichen Teil der Welt assoziiert worden waren, wurden von nun an mit der sich globalisierenden »Völkerfamilie« und später der zunehmend globalen »internationalen Staatengemeinschaft« in Zusammenhang gebracht. Diese internationale Gemeinschaft involvierte alle souveränen Staaten und verlangte von ihnen, bestimmte Verhaltensregeln und Standards zu akzeptieren. So wurde zum Beispiel der Entwicklungsstand der im Zuge der Entkolonialisierung in der sogenannten Dritten Welt neu entstandenen Mitgliedstaaten der internationalen Gemeinschaft unter anderem daran gemessen, inwieweit sie diesen Standards entsprachen oder sich ihnen zumindest annäherten. Während des kurzen 20. Jahrhunderts hat sich die internationale Gemeinschaft also eine Art soft power angeeignet, insofern sie für sich beanspruchte, die Einhaltung dieser Standards zu überwachen. Mit Ende des Kalten Krieges und dem Verschwinden der Sowjetunion als einem ernsthaften Rivalen des Westens, nicht zuletzt im Globalen Süden, sind zu der im kurzen 20. Jahrhundert sich allmählich herausgebildeten soft power die neuen »humanitären« und militärischen Interventionen unserer Tage hinzugekommen.

    Die sich ungleich entwickelnden und sich globalisierenden Geschlechterpolitiken nahmen im 20. und 21. Jahrhundert zum Teil neue Züge an. Internationale Organisationen beriefen sich auf ihre weltweite Autorität – im Gegensatz zum 19. Jahrhundert, als die westlichen Nationen ihre imperiale Macht ins Spiel gebracht hatten –, um in vielen Teilen der Welt in Geschlechterbeziehungen einzugreifen und sich für die Rechte von Frauen stark zu machen. Diese internationale Autorität war nicht ohne imperialistische Schlagseite. Ich möchte hier auf ein Beispiel hinweisen, das Keith David Watenpaugh näher untersucht hat. Es handelt sich dabei um die Reaktion des Völkerbunds auf die an den Armenier_innen begangenen Gräueltaten. Während des Ersten Weltkriegs und danach wurden armenische Frauen und Kinder im größeren Umfang gekidnappt, als Haussklav_innen in muslimischen Familien gehalten oder zwangsadoptiert bzw. zwangsverheiratet. Die daraufhin einsetzende Rettungskampagne, die vom Völkerbund und in seinem Umfeld tätigen feministischen Aktivistinnen koordiniert wurde, konzentrierte sich auf das Schicksal dieser armenischen Frauen, denen man ausdrücklich in ihrer Eigenschaft als christliche Frauen helfen wollte, die in einer muslimischen Gesellschaft des sich in Auflösung begriffenen Osmanischen Reiches lebten. Damals verstand man die Rettungsaktion aufgrund ihres wahrhaft internationalen Charakters als eine wegweisende humanitäre Intervention.[7] Zugleich war sie ein Sinnbild für die anhaltende globale Ungleichheit, die weiterhin den sich globalisierenden Geschlechterpolitiken zugrunde lag. Die Intervention richtete sich gegen eine geschwächte nichtwestliche Macht, deren Mehrheitsbevölkerung sich als unfähig oder unwillig erwiesen habe, sich dem Problem zu stellen. Indem man sich auf universelle humanitäre Werte berief, fand eine umfassende Entkontextualisierung des Problems statt, um das es ging. Die erfolgten Interventionen wurden in diesem Fall unter Bezugnahme auf das Schicksal christlicher Frauen begründet, während die Lage muslimischer Frauen unberücksichtigt blieb.

    Auch später flossen feministische Praxen und Forderungen an vielen Stellen in neue Formen der globalen Governance ein. Seit den 1930er-Jahren ergriffen internationalistisch ausgerichtete Frauenrechtlerinnen die Chancen, die sich mit der Ausweitung der Aktivitäten des Völkerbunds und später der Vereinten Nationen boten. Sie traten dafür ein, das Konzept der Geschlechtergleichheit zur Grundlage eines länderübergreifenden Anti-Diskriminierungs-Regimes zu machen. Zum einen griffen sie auf die neu geschaffenen und graduell ausgebauten Instrumente globaler Governance sowie die Autorität internationaler Organisationen zurück, um, im Rahmen einer top-down Politik, überall auf der Welt die Emanzipation der Frauen voranzutreiben. Sie kämpften dafür, dass die Gleichstellung der Geschlechter und die Frauenrechte in internationalen Konventionen und im Völkerrecht verankert wurden. Zum anderen war aber bereits in den 1930er-Jahren erkennbar, dass der Erfolg dieser Bestrebungen zur Voraussetzung hatte, Fragen der Geschlechtergleichheit und -gerechtigkeit von anderen Kämpfen und Konflikten abzuspalten.[8] Insbesondere die Abtrennung der Geschlechterpolitik von der Auseinandersetzung mit dem Problem des massiven Machtgefälles in internationalen Beziehungen machte es schwierig, Kritik daran zu üben, dass das neu geschaffene internationale Frauenrechtsregime in das bestehende globale Governance-System eingeschrieben war, das auf vielfältigen Strukturen globaler Ungleichheit beruhte. Während des Kalten Krieges spielten zumindest im Globalen Süden imperiale Geschlechterpolitiken keine herausragende Rolle. Das hat sich in den 1990er-Jahren geändert, als Frauenrechte im Rahmen der Begründung neuer Instrumente und Diskurse der globalen Steuerung und Kontrolle immer stärker betont wurden. Zu denken ist hier an die Paradigmen der »humanitären Intervention«, der »Schutzverantwortung« und der Reaktion auf »konfliktbezogene sexuelle Gewalt«. Sara Meger beschreibt, wie sich das Konzept der »konfliktbezogenen sexuellen Gewalt«, ausgehend und in Abweichung von der ursprünglichen Resolution Nr. 1325 des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2000, zu einem eng definierten, homogenisierten und verdinglichten Konzept entwickelt hat, das heute in der internationalen Politik zunehmend als »ein Warenfetisch von höherem Wert als alle anderen Formen der gegen Frauen gerichteten Gewalt« in Erscheinung tritt. Dies ermögliche es westlichen Regierungen, in der Öffentlichkeit Unterstützung für militärische Auslandseinsätze zu mobilisieren, indem sie etwa auf die sexuellen Gewalttaten von ISIS verwiesen (während sie parallel dazu die Mittel für Opfer von sexualisierter Gewalt und Missbrauch in ihren eigenen Ländern zusammenstrichen). Ein damit verbundener »unbeabsichtigter Nebeneffekt« bestehe darin, dass Täter heute gezielt sexuelle Gewalt einsetzen und diese als Instrument nutzen können, um internationale Medienaufmerksamkeit auf sich zu ziehen und damit ihre Verhandlungsmacht zu vergrößern.[9] Der letzte Punkt wirft die Frage nach den weltweiten Wirkungen der sich globalisierenden Geschlechterpolitiken bzw. der Reaktionen auf diese Politiken auf. Damit werde ich mich im folgenden Abschnitt beschäftigen.

    Die globale Ko-Konstruktion von traditionellen Geschlechterordnungen

    Die historische Bedeutung imperialistischer Politiken, die auf eine Globalisierung westlicher Gendernormen abzielen, besteht nicht nur darin, dass sie zur »Modernisierung« von Gender-Regimes in nichtwestlichen Staaten beigetragen haben. Sie haben auch dazu beigetragen, dass sich vielerorts traditionelle Geschlechterordnungen nicht nur erhalten haben, sondern sogar noch starrer und undurchdringlicher geworden sind – wobei diese Feststellung keineswegs als Entlastung derjenigen interpretiert werden darf, die die Rechte von Frauen missachten. Es sind vor allem zwei Merkmale der sich globalisierenden Geschlechterpolitiken, die in diesem Zusammenhang besonders relevant waren und diese Dynamik geschürt und gestützt haben.

    Erstens zeigt die historische Evidenz, dass die Kritik vonseiten des imperialistischen Westens bzw. der »internationalen Gemeinschaft« an Geschlechterverhältnissen und -politiken in den außereuropäischen Gesellschaften, ihre Charakterisierung als »verabscheuungswürdig, unmenschlich und unchristlich« mitverantwortlich war für die verstärkte Festschreibung und Kulturalisierung eben dieser Praktiken. Die intensive diskursive und politische Beschäftigung mit diesen Traditionen und Praktiken sowie das Zusammentragen von Unmengen an Informationen darüber haben im Ergebnis auf jeden Fall die Aufmerksamkeit auf dieses Phänomen gelenkt und das Wissen darum verbreitert und verallgemeinert. In manchen Fällen war es so, dass die Kolonialherren die religiöse Dimension bestimmter Bräuche übertrieben dargestellt, Rituale und Praktiken reifiziert oder einfach umgedeutet haben. Darauf hat Jörg Fisch in seiner Studie zum britisch-indischen sati-Streit hingewiesen. Die ursprüngliche Zögerlichkeit der Briten, sich in die Praxis des sati einzumischen, wurde etwa damit begründet, dass es sich um eine religiöse Angelegenheit handle, in die sich die Kolonialmacht nicht einmischen solle. Eben dieser politische Zusammenhang trug dazu bei, dass der religiöse Charakter dieser Praxis betont oder überhaupt erst erzeugt wurden.[10]

    In anderen Fällen entschieden sich die Kolonisatoren dafür, die von ihnen abgelehnten Verhaltensweisen nicht einfach über Gesetze verbieten zu lassen, sondern sie lediglich zu regulieren und einzuschränken. Sie waren darauf bedacht, die kolonialisierte Bevölkerung, insbesondere die Männer in den lokalen Eliten, nicht zu sehr gegen sich aufzubringen, vor allem weil es hier um ein Thema ging, das viele als Privatangelegenheit betrachteten, das eine starke religiöse Komponente hatte und auch nicht unbedingt zu den zentralen Anliegen der Kolonialherrschaft zählte, insofern als diese vor allem auf materielle Gewinne abzielte. Auch wenn bestimmte Genderpraktiken als »Gewohnheiten der Einheimischen« oder als »religiöse Riten« abgetan wurden, durchliefen sie in der Regel doch einen Prozess der Kodifizierung. Welche Gründe und Motivationen auch immer hinter den einzelnen Maßnahmen gestanden haben mögen: Zusammen trugen sie zur rechtlichen und kulturellen Festschreibung dessen bei, was seither als »nichtwestliche« Gendernormen und -praktiken betrachtet wird.

    Zweitens provozierten die sich globalisierenden Geschlechterpolitiken im Globalen Süden immer wieder Abwehrhaltungen, die sich gegen imperiale Einmischung in lokale und regionale Geschlechterordnungen richteten. Ein Teil dieser Opposition benutzte dabei, wie in einem Zwangskorsett, von Anfang an dieselbe Rhetorik wie die sich globalisierende Geschlechterpolitik selbst: Wenn sie über imperiale Geschlechterpolitik sprachen, benutzten sie die Sprache der universellen Werte, und wenn sie über die lokalen Geschlechterpolitiken und -beziehungen sprachen, verwendeten sie die Sprache des kulturellen und religiösen Essentialismus. Eine Petition von indischen Gegnern des von den Briten erlassenen sati-Verbots aus dem Jahr 1830 wendete sich direkt gegen die Bezugnahme auf eine »gemeinsame Stimme der Menschheit« als Rechtfertigung für die Abschaffung des sati-Rituals. »Mit welchem Recht«, so fragten die Unterzeichner dieser Petition, »würden die heiligen Regeln ihrer Religion derart herabgesetzt, dass sie mit einem solch niedrigen und vagen Maßstab beurteilt werden?«[11]

    Hinter der Opposition gegenüber den Interventionen des Westens konnten ganz unterschiedliche Interessen stehen, die zum Teil unverblümt zutage traten, manchmal aber auch eher versteckt im Hintergrund wirkten. An der internationalen Rettungsaktion armenischer Frauen und Kinder Anfang der 1920er-Jahre etwa gab es sowohl vonseiten männlicher Repräsentanten der muslimischen Elite als auch von türkischen Feministinnen Kritik. Beide verteidigten die erzwungene Integration dieser Frauen und Kinder in muslimische Familien und Haushalte. Während erstere diese Praxis als wohltätigen Akt darstellten – man habe den ansonsten völlig schutzlosen Frauen und Kindern ein »Dach über dem Kopf« geboten – und die Rettungskampagne als eine völkerrechtswidrige Einmischung in innere Angelegenheiten anprangerten, verteidigte eine türkische Feministin die Praxis als den Versuch, in einer für die türkische Nation bedrohlichen Situation nationale Andersartigkeit (in der türkischen Gesellschaft) zu beseitigen.[12]

    Sowohl diejenigen, die grenzüberschreitende Interventionen bekämpften, als auch diejenigen, die sie befürworteten, entwickelten eine Reihe von Taktiken, sich in Verfolgung ihrer Ziele entweder offen auf geschlechterpolitischen Imperialismus zu beziehen oder umgekehrt dessen Existenz zu verschweigen bzw. seine Bedeutung herunterzuspielen. Das einheimische Patriarchat konnte sein Festhalten an alten Geschlechterordnungen als Widerstandshandlung und als Kampf um die Bewahrung der eigenen Kultur gegenüber der Einmischung des Westens verkaufen. Zugleich konnten diese Kräfte allen einheimischen Frauen, die sich gegen patriarchale Gewalt und Unterdrückung in ihrem Land zur Wehr setzten, vorwerfen, ihr eigenes Volks zu verraten und die Interessen der imperialen Mächte zu vertreten. Zahlreiche weiße Feministinnen, die sich gegen patriarchale Unterdrückung in Ländern des Globalen Südens ausgesprochen haben, taten dies im Namen des internationalen Feminismus und der internationalen Solidarität, ohne jedoch zu hinterfragen, wie ihr Engagement dem geschlechterpolitischen Imperialismus in die Hände spielt. All diese diskursiven Schachzüge und Strategien beziehen sich direkt oder implizit auf die sichtbaren oder im Verborgenen gehaltenen Wechselbeziehungen zwischen Geschlecht, Imperialismus und Antiimperialismus.

    In dem Maße, wie sich globalisierende Geschlechterpolitiken im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts programmatisch verändert haben und neue Ziele verfolgten, haben Oppositionsbewegungen, die bestimmte frauenfeindliche Praktiken verteidigen und aufrechterhalten wollen, immer neue Strategien entwickelt, wie sie die Bezugnahme auf diese globalen Politiken in ihre Gegenargumentation einbauen können. Es gibt sicher viele Gründe und Motive, warum Menschen in Ländern des Globalen Südens an unterdrückerischen Geschlechterpolitiken festhalten wollen. Doch ist es unbestreitbar, dass die anhaltend ungleichen Austauschbedingungen und das strukturelle Machtgefälle zwischen dem Westen und anderen Teilen der Welt das Anliegen der Frauen­emanzipation insgesamt beschädigt haben. Im Folgenden gehe ich kurz auf zwei unterschiedliche Formen des ungleichen Austausches ein, die der Sache des geschlechterpolitischen Fortschritts auf der ganzen Welt unverkennbar geschadet haben: die weltumspannende Institutionalisierung von Gender Studies und der Versuch, grenzüberschreitend die Rechte der LGBT-Community zu stärken.

    In den letzten Jahren lassen sich verstärkte Bemühungen erkennen, vom Westen aus die Gewährleistung von LGBT-Rechten auch in anderen Ländern einzuklagen. Nicht nur haben einige dieser Initiativen zu einer Verdinglichung oder gar Fetischisierung dieser Rechte beigetragen (vergleichbar mit dem Fall »konfliktbezogener sexueller Gewalt«). Sie haben auch einen grenzüberschreitenden Nachhall etwa in radikalen, gegen den Westen gerichteten Bewegungen und Gruppierungen gefunden. Ein englischsprachiges Online-Journal, das dem »Islamischen Staat« nahesteht und sich Dabiq nennt, beschrieb in großer Ausführlichkeit, wie westliche Länder »ihre von Feiglingen bevölkerten Parlamente« dafür missbrauchten, »die Ehe zwischen Homosexuellen zu legalisieren«. »Ihr Bildungssystem«, so heißt es weiter, »verdirbt ihre Kinder bereits, wenn diese in den Kindergarten kommen. Im Schulunterricht werden sie dann mit Büchern traktiert, mit denen die ›Homophobie‹ in der Gesellschaft bekämpft werden soll«. Anschließend wird die Drohung ausgestoßen: »In Anbetracht dieses massiven Affronts gegen die fitrah [die natürliche Veranlagung des Menschen] wird der Islamische Staat seinen Kampf gegen diese in die Irre führenden Taten fortsetzen – die die westliche ›Kultur‹ als Teil ihrer ›Werte‹ begreift –, indem er die Anordnungen Allahs gegen all diejenigen, die sich abweichender oder sündiger sexueller Praktiken schuldig machen, umsetzt.« Dabiq versäumt es nicht, die Umsetzung dessen in die Praxis zu illustrieren und berichtet von »einem Mann, der der Sodomie überführt worden ist. Man brachte ihn auf das Dach eines Hauses und stürzte ihn hinunter, so wie es der Tradition entspricht […] und es dieser schmutzigen Tat gebührt.«[13]

    Das Schicksal der akademischen Gender Studies in Osteuropa illustriert auf ganz andere Weise, welche problematischen Implikationen mit imperial gefärbten sich globalisierenden Geschlechterpolitiken verbunden sein können. Nach den politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen in Osteuropa boten westliche Wissenschaftseinrichtungen und Stiftungen den Ländern und Universitäten in dieser Region erhebliche finanzielle Mittel und andere Ressourcen an, um vor Ort Gender Studies einzuführen und zu institutionalisieren. Die Akzeptanz dieses neuen wissenschaftlichen Themenfeldes galt zugleich als wichtiger Indikator für die Akzeptanz westlich-liberaler Werte und gar für das Gelingen der demokratischen Transformation dieser Gesellschaften. Die Tatsache, dass die Gender Studies und der Neoliberalismus quasi in einem gemeinsamen Paket in Osteuropa ankamen – sich der expandierende Neoliberalismus die Genderfrage mehr oder minder einverleiben konnte –, hatte problematische Konsequenzen für die Entwicklung progressiver Geschlechterpolitiken in Osteuropa. Die genannte unselige Verquickung nährte in linken Gruppierungen den Verdacht, Gender Studies seien eher etwas für Liberale, auf jeden Fall keine linke Angelegenheit, womit am Ende die Chance verpasst wurde, den in der osteuropäischen Linken vorherrschenden Maskulinismus und das weit verbreitete patriarchale Denken aufzubrechen. Kritischen und linken Sozialwissenschaftler_innen, die im Bereich der Gender Studies aktiv sind, fehlt es in der Region oftmals an Ansprech- und Bündnispartner_innen, während die Nationalist_innen ihre Befürwortung eines neuen Patriarchalismus und ihre Unterstützung für restriktive Gendernormen als Widerstand gegen die »Verwestlichung« ausgeben können.[14]

    Das imperialistische Projekt der Globalisierung von Geschlechterpolitiken hat also in vielerlei Hinsicht überall in der nichtwestlichen Welt zur Verdinglichung und Kulturalisierung von rückschrittlichen Genderregimen sowie zur Stärkung von patriarchalen gesellschaftlichen Verhältnissen und geschlechtsspezifischer Gewalt beigetragen. Häufig dient retrograden Politiken und Politiker_innen die Darstellung von Frauenemanzipation und Frauenrechten als »Exporte aus dem Westen« zur Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft und zur Stabilisierung von restriktiven Geschlechterordnungen. In jüngerer Zeit gingen Meldungen über kollektive und organisierte Formen der Gewaltausübung gegenüber Frauen um die ganze Welt und wurden mancherorts als Ausdruck eines heroischen Widerstands gegen die Politik und die Gesellschaften des Westens gefeiert.

    Es kann somit zusammenfassend argumentiert werden: Das, was in der Regel als ein binärer Gegensatz von Geschlechtergleichheit und Frauenrechten als Wahrzeichen der westlichen Gesellschaften auf der einen Seite, und dem archaischen und von Natur aus patriarchalen Charakter von Geschlechterordnungen in nichtwestlichen Gesellschaften auf der anderen Seite daherkommt, muss als eine historische Ko-Konstruktion erkannt und somit neu wahrgenommen werden. Es mag sein, dass die enge Verknüpfung des Kampfes für Frauenrechte mit der Vorstellung von der Übergelegenheit der weißen westlichen Gesellschaften in der westlichen Welt Feministinnen dabei geholfen hat, eine Reihe materieller und diskursiver Errungenschaften für Frauen durchzusetzen. Zugleich ist diese konstruierte Verbindung mitverantwortlich für einen Großteil des Widerstands gegen die Stärkung von Frauenrechten in nichtwestlichen Gesellschaften und Kulturen.

    Kein »Wir« und kein »Die« in der sogenannten Flüchtlingskrise

    Zum Schluss möchte ich aufzeigen, wie einige problematische Aspekte des Diskurses und Verhaltens gegenüber nichteuropäischen Migranten und Flüchtlingen in den europäischen Gesellschaften mit dem zusammenhängen, was ich in diesem Vortrag beschrieben habe. Ich meine, dass wir den weit verbreiteten Ressentiments sowie ausgrenzenden und rassistischen Politiken gegenüber Flüchtlingen mehr entgegensetzen können, wenn wir sie vor dem Hintergrund der hier vorgestellten Analyse historischer und fortbestehender Konstellationen der sich globalisierenden Geschlechterpolitiken betrachten. Diese Perspektive kann dabei helfen, Argumente zu entwickeln, mit denen der dominante Diskurs infrage gestellt werden kann, der behauptet, dass mit der aktuellen Einwanderungsbewegung grundlegende Werte von Frauenemanzipation und Gleichstellung bedroht seien. Dabei ist es wichtig, den vielen Fallen auszuweichen, die vor allem auf diejenigen lauern, die sich sowohl dem Ziel der Frauenemanzipation als auch antirassistischen Kämpfen verpflichtet sehen.

    Obwohl es vor allem rechtsextreme Gruppen sind, die offensiv Parolen wie »Rapefugees not welcome« verbreiten und die Abschiebung vermeintlicher Straftäter fordern, muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere nach den Kölner Ereignissen in der Silvesternacht 2015/2016 solche Positionen in großen Teilen der Bevölkerung in den EU-Ländern auf Zustimmung stoßen. Solche um sich greifenden Ressentiments und Diskurse unterhöhlen die Solidarität mit geflüchteten Menschen und müssen als Legitimation einer immer restriktiveren Asyl- und Migrationspolitik herhalten. Maßnahmen wie die vorübergehende Verbannung aller männlichen Asylbewerber aus einem öffentlichen Schwimmbad, nachdem es dort zu einem Vorfall sexueller Gewalt vonseiten eines Mannes mit Flüchtlingsstatus gekommen war, stoßen in den Medien und in der öffentlichen Meinung kaum mehr auf Ablehnung, sondern werden eher begrüßt. Fragen wie »Wie reagieren wir auf sexuelle Übergriffe von Asylbewerbern?« oder »Wie verteidigen wir unsere Kultur und Werte von Geschlechtergleichheit und Toleranz gegenüber solcher Gewaltbereitschaft?« erregen die Gemüter und stehen in verschiedenen Varianten immer wieder auf dem Programm beliebter Fernseh-Talk-Shows und anderer populärer Medien. Eine alternative politische Diskussion, in der die diskursiven Grundlagen solcher Auseinandersetzungen kritisiert und elementar infrage gestellt werden, ist aus der breiten Öffentlichkeit weitgehend verschwunden. Zu fordern, dass Asylbewerber, Migranten oder gar eingebürgerte Männer im Falle von Verstößen gegen »unsere Geschlechternormen« über die Vorgaben bestehender Gesetze hinaus besonders bestraft werden müssten, scheint inzwischen gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. Immer öfter werden Geschlechternormen und Frauenrechte hergenommen, um im Namen von deren Verteidigung sys­tematisch rechtstaatliche Garantien und Ansprüche, die früher ganz selbstverständlich mit dem Status eines Staatsbürgers, aber auch eines registrierten Asylbewerbers und Flüchtlings einhergingen, zu untergraben. Es wird ernsthaft darüber diskutiert, ob junge männliche Flüchtlinge zur Teilnahme an Bildungsveranstaltungen gezwungen werden sollen, in denen sie mit »unserer Kultur« (für die offensichtlich immer mehr der Minirock und hochhackige Schuhe stehen) vertraut gemacht werden und ihnen der »richtige«, das heißt »der westliche« Umgang mit »dem anderen Geschlecht« beigebracht wird. Zugleich wird das Problem sexueller Gewalt durch westliche Männer weiterhin in derselben beschränkten Form wie eh und je erörtert, und man hat den Eindruck, dass die Gewaltausübung nichtwestlicher Männer an ihren »eigenen« Frauen nur dann ein interessantes Thema ist, wenn man damit Forderungen nach einem repressiveren Umgang mit Migranten und Flüchtlingen Nachdruck verleihen kann.

    Zugleich läuft die Verurteilung sexueller Gewalt und Frauenunterdrückung, die das Fehlverhalten nichtwestlicher Männer einschließt und nicht tabuisiert, wie es von kritischen Feministinnen geäußert und gefordert wird, Gefahr, von rechten und fremdenfeindlichen Bewegungen aufgegriffen und angeeignet zu werden. Umgekehrt ist die Angst vor diesen »unerwünschten Koalitionen« sicher ein Grund dafür, warum weiße Feministinnen bislang dazu tendiert haben, auf die hysterischen Debatten über Gräueltaten von Asylbewerbern vor allem mit dem Argument zu reagieren, diese Debatten seien einseitig und es müsse viel stärker die alltägliche Gewalt weißer Männer in den Blick genommen werden. Aber selbst wenn sich Feministinnen explizit antirassistisch äußern (»Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos« ist ein Beispiel für eine eindeutige Positionierung), müssen sie – solange sie ihre antiimperialistische Grundhaltung nicht deutlich zum Ausdruck bringen – damit rechnen, dass ihre Forderungen und Positionen in den dominanten Genderdiskursen aufgegriffen werden und als Munition dienen für rassisierende und rassistische Spaltungsversuche.

    Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass nichtwestliche Frauen, insbesondere wenn sie zu den sozial benachteiligten und unterdrückten Gruppen gehören, vermutlich häufig ein gewisses Misstrauen gegenüber zur Universalisierung neigenden antipatriarchalen Diskursen haben. Vor dem Hintergrund der in diesem Vortrag beschriebenen langfristigen historischen und fortdauernden Funktion solcher Diskurse im geschlechterpolitischen Imperialismus kann dies nicht weiter verwundern.

    Parallel dazu ist es schier unmöglich geworden, den potenziellen Zusammenhang zwischen dem hoffnungslosen Rechtsstatus und der Aussichtslosigkeit des Asylverfahrens bestimmter Gruppen von Nichtstaatsbürgern auf der einen Seite und der immer wieder berichteten bzw. behaupteten hohen Kriminalitätsrate dieser Gruppen auf der anderen Seite kritisch zu analysieren. Bei einer solchen sachkundigen Debatte geht es um mögliche Beziehungen zwischen Klassen- und Staatsbürgerschaftsstatus auf der einen und Kriminalität auf der anderen Seite. Doch eine solche Analyse sieht sich unter den gegenwärtigen Bedingungen stets unmittelbar der Anschuldigung gegenüber, dass es ihr »in Wirklichkeit« darum gehe, zu »entschuldigen«, dass migrantische Männer westliche Geschlechternormen verletzen, bzw. darum, deren kriminelles Verhalten zu »relativieren«.

    Die von mir hier präsentierte Analyse von sich globalisierenden Geschlechterpolitiken und ihren Folgen für Geschlechterordnungen und -verhältnisse weltweit erlaubt es demgegenüber, die verschiedenen Ebenen und Facetten des gegenwärtigen migrantenfeindlichen Diskurses und Ressentiments in Europa, wie sie etwa in der Parole »Rapefugees not welcome« zum Ausdruck kommen, systematisch in ihre Bestandteile zu zerlegen und zurückzuweisen. Zugleich kann diese Analyse dabei von Nutzen sein, argumentative Sackgassen und unerwünschte politische Bündnisse zu umgehen.

    Die historische und globale Analyse trägt dazu bei zu erkennen, dass das Denken und Handeln in der »Rapefugees-not-welcome-Logik« einen falschen Dualismus reproduziert und vertieft zwischen westlichen Gesellschaften, die Frauenrechte hochhalten und verteidigen würden, und nichtwestlichen Gesellschaften und Gemeinschaften, deren Wesen im Grunde patriarchal sei. Der kurze Rückblick auf die Vergangenheit und einige der Einblicke in die gegenwärtigen Verhältnisse, die ich in diesem Beitrag vorgetragen habe, sollten eines hinreichend deutlich gemacht haben: Sowohl dieser vermeintliche Dualismus, als auch der vermeintliche Gender-Traditionalismus der nichtwestlichen Gesellschaften und Kulturen müssen als Produkt ungleicher globaler Interaktion begriffen werden. Beides ist unter anderem ein Produkt des ungleichen Zusammenspiels von westlichem Expansionismus bzw. imperialer Geschlechterpolitik und nichtwestlichem Handeln. Insofern ein solcher Traditionalismus existiert, ist es historisch und politisch unangemessen, ihn schlicht als eine inhärente oder autochthone Eigenschaft nichtwestlicher Gesellschaften zu deuten. Insofern Migrant_innen diesen Traditionalismus in den Westen mitbringen oder bestimmte Verhaltensweisen sich erst dort aneignen, kann dieses Problem nicht losgelöst von dominanten westlichen und globalen Diskursen und Politiken begriffen werden. Die Erkenntnis, dass Phänomene wie der Widerstand gegen Frauen- und LGBT-Rechte von der ungleichen Globalisierung von Geschlechterpolitiken koproduziert worden sind, macht diese Phänomene kein Stückchen akzeptabler. Wenn wir es jedoch verabsäumen, die Kritik an dieser Koproduktion und Mitverantwortung des Westens ausreichend hörbar zu machen und in unsere Kritik an Phänomenen des Gender-Traditionalismus systematisch einzubauen, dann laufen wir Gefahr, auch gegen unseren Willen in den imperialistischen Diskurs und in imperialistische Politiken hineingezogen zu werden – selbst wenn wir uns unter anderem als Antiimperialist_innen begreifen mögen.

    Noch einmal zusammengefasst: Die Diskurse und Politiken der »christlichen Nationen«, dann der »Völkerfamilie« und schließlich der »internationalen Staatengemeinschaft«, die Argumente der westlichen sati- und Polygamie-Gegner_innen im 19. Jahrhundert, die Rhetorik der Geschlechtergleichheit im 20. Jahrhundert und die Befürwortung der internationalen Ausbreitung von Gender Studies und LGBT-Rechten im 21. Jahrhundert – all dies wurde von Anfang an und bis heute mit beeinflusst und mit vorangetrieben von imperialistischen Interessen und Akteur_innen. Ohne diesen imperialistischen Nexus sähe die Situation in Bezug auf Frauenrechte und Geschlechtergleichheit auch in Euro­pa vermutlich anders aus.

    Zwar ist auch hierzulande – ungeachtet der zahlreichen anderweitigen Beteuerungen und trotz des ausgeprägten westlichen Überlegenheitsgefühls – die Realität vielerorts und in vielerlei Hinsicht immer noch weit entfernt von substantiver Geschlechtergleichstellung oder Geschlechtergerechtigkeit. Doch wäre es um den Status des Diskurses – wohl zu unterscheiden von der Realität – der Geschlechtergleichheit und der Frauenrechte im Westen und international heute gewiss schlechter bzw. bescheidener bestellt, wenn diese imperiale Verbindung historisch und aktuell nicht gegeben wäre. Die systematische Aneignung mancher Forderungen der Frauen- und jüngst auch der LGBT-Bewegungen vonseiten der herrschenden Politik speist sich ebenfalls aus diesem Zusammenhang. Die feministischen Bewegungen in Europa waren, sofern sie sich als Teil bzw. begründet in der westlichen Zivilisation begriffen, von Anfang an an dieser Dynamik beteiligt. In diesem Sinne ist es – sowohl von einem politischen als auch von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus – unangebracht, anzunehmen, dass progressive Geschlechterpolitiken in Bezug auf andere politische Fragen neutral sein und losgelöst von anderen Konflikten und Fragen betrachtet werden könnten, denn damit verbundene Werte und Maßnahmen standen über Jahrhunderte für die globale Dominanz des Westens und eine Politik der globalen Ungleichheit. Das heißt: Wann immer wir über diese Werte sprechen, ohne uns von diesem imperialistischen Zusammenhang zu distanzieren, lassen wir uns (unwillentlich) in diese Dominanz- und Hegemonialpolitik verwickeln.

    Die hier präsentierten Erkenntnisse machten langfristige und weiterhin wirksame Muster des imperialistischen Projekts der Globalisierung von Geschlechterpolitik sichtbar. Die Bezugnahme auf diese lange Geschichte kann hilfreich sein, wenn es darum geht, die im Kontext der gegenwärtigen »Flüchtlingskrise« entstandenen politischen Herausforderungen anzunehmen. Dabei geht es um die Kritik der erneuten Gegenüberstellung von westlichen und nichtwestlichen Geschlechterordnungen als einander diametral entgegengesetzt und miteinander nicht verbunden, und um die Zurückweisung des pauschalisierten Vorwurfs an nichteuropäische Männer, dass diese »unsere« Frauen und »unsere« Werte nicht respektierten. Wie lassen sich die zentralen Elemente einer solchen Kritik an der gegenwärtigen Anrufung der Geschlechterfrage zum Zweck der Denunzierung von Geflüchteten und Migranten zusammenfassen? Wie kann eine Kritik dieser Diskurse und Politiken formuliert werden, die auf einer linken und antiimperialistischen Grundlage und auf dem Interesse an der Befreiung von Frauen und sexuellen Minderheiten beruht?

    Meiner Auffassung nach muss der Widerstand gegen imperialistische globale Geschlechterpolitiken unbedingt darüber hinausgehen, den geschlechterpolitischen Imperialismus dafür zu kritisieren, dass er Forderungen nach Geschlechtergleichheit und fortschrittlichen Geschlechternormen für andere Zwecke »instrumentalisiert«. Denn wenn Geschlechterpolitik auf diese Weise, also als immerwährendes »Instrument« imperialer Politik kritisiert wird, ist es schwer, zugleich dennoch für progressive Geschlechterpolitiken ins Feld zu ziehen, weil dieser Kampf dann stets dem Vorwurf ausgesetzt bleibt, dass sich Geschlechterpolitik eben mit imperialistischen Interessen decke oder zumindest überschneide.

    Außerdem wird mit solch einer Kritik die Notwendigkeit des Widerstands gegen den geschlechterpolitischen Imperialismus tendenziell politisch höher bewertet als der Einsatz für eine progressive Geschlechterpolitik, der jedoch, so argumentiere ich, Bestandteil jeder ernsthaften Bemühung sein muss, sich dem geschlechterpolitischen Imperialismus entgegenzustellen.

    Von daher müssen wir uns dafür stark machen, Geschlechterpolitik stets inklusiv zu konzeptualisieren und darzustellen. Nur auf diese Weise kann Geschlechterpolitik vermeiden, dass progressive Geschlechternormen und -politiken abgetrennt werden von übergreifenden Prozessen progressiver sozialer, materieller und kultureller Transformation. Denn eine solche Abspaltung und die damit verbundene Verdinglichung und enge Definition von Frauenrechten sind eine Bedingung sine qua non für den in diesem Vortrag analysierten imperialistischen Typus der sich globalisierenden Geschlechterpolitik. Die Vermischung von progressiver Geschlechterpolitik mit imperialen Projekten kann vermieden bzw. dem »Verdacht« einer solchen Vermischung kann entgegengetreten werden, indem das antiimperialistische Element des Widerstandes gegen geschlechterpolitischen Imperialismus stets und durchgehend als unverzichtbarer Bestandteil jeder tatsächlich inklusiven Geschlechterpolitik sichtbar gemacht wird. Kein Element einer solchen inklusiven Geschlechterpolitik darf konzeptionell oder politisch privilegiert werden. Inklusive Geschlechterpolitik muss ihre Verpflichtung auf jede ihrer Komponenten stets explizit machen. Wenn sie dies nicht tut, können ihre einzelnen Komponenten – u.a. der Kampf für Frauenbefreiung und gegen Rassismus – immer wieder angeeignet werden vom dominanten imperialistisch-rassistischen Diskurs; und entgegen ihrer Absichten kann diese Politik auch eingebaut werden in jenen Diskurs, der westliche und nichtwestliche Kultur als scheinbar unverbundene Entitäten einander gegenüberstellt und die Überlegenheit der westlichen Kultur behauptet.

    Schlussendlich bin ich überzeugt, dass die Stimmen nichtwestlicher Frauen im Kampf gegen sexualisierte Gewalt und andere Formen von Frauenunterdrückung künftig mehr im Zentrum stehen müssen. Diese Frauen befinden sich an der Schnittstelle zwischen den hierarchischen Geschlechterordnungen in ihren eigenen Gesellschaften, einem von weißen Frauen bestimmten Feminismus und einem von weißen Männern dominierten weltweiten patriarchalen und imperialistischen System. Ohne ihre Befreiung kann es von daher keine allgemeine Befreiung geben. In der Dokumentation mit dem Titel »In Our Own Words. Refugee Women in Germany Tell Their Stories«[15] kommen einige dieser Stimmen zu Wort.

    Aus dem Englischen von Britta Grell


    Anmerkungen

    1. »Crises and Victims. A Workshop on Refugees, Migrants and Anti-refugee Discourses in a New Way«, Budapest, 26./27. Februar 2016, organisiert von der Vierteljahresschrift Esz­mélet, dem Karl Polányi Center for Global Social Studies und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Ich habe im Großen und Ganzen den Vortragscharakter des Textes beibehalten. Angesichts der umfangreichen Zeitspanne und Fülle von Phänomenen, die ich bei der Untersuchung der sich globalisierenden Geschlechterpolitiken berücksichtige, ist dabei ein gewisses Maß an Vereinfachung unumgänglich. Ich benutze bei der ersten Verwendung von bestimmten Bezeichnungen An- und Abführungszeichen, um mich von ihnen zu distanzieren, verzichte aber zugunsten der Leserlichkeit im Folgenden darauf.
    2. Zahlreiche weitere Beispiele finden sich in Hertslet, Lewis (Hrsg.) (1850-1925): A Complete Collection of the Treaties and Conventions at Present Subsisting Between Britain and Foreign Powers (and of the Laws, Decrees, and Orders in Council, Concerning the Same); So Far as They Relate to Commerce and Navigation; To the Repression and Abolition of the Slave Trade; And to the Privileges and Interests of the Subjects of the High Contracting Parties, 31 Bde., London; hier: Hertslet (1950), Bd. 7, S. 818 f.
    3. Verpflichtungserklärung abgedruckt in Hertslet (1851), Bd. 8, S. 42f.; Austen, Ralph A./Derrick, Jonathan (1999): Middlemen of the Cameroons Rivers: the Duala and their Hinterland, c. 1600-c. 1960, Cambridge, S. 66.
    4. Gong, Gerrit W. (1984): The Standard of »Civilization« in International Society, Oxford, S. 14f. u. 19f.
    5. Midgley, Clare (2000): Female emancipation in an imperial frame: English women and the campaign against sati (widow burning) in India, 1813-30, in: Women’s History Review 1/2000, S. 95-121; Fisch, Jörg (2005): Burning Women. A Global History of Widow Sacrifice from Ancient Times to the Present, London.
    6. Midgley, Clare (1998): Anti-slavery and the Roots of »Imperial Feminism«, in: dies. (Hrsg.): Gender and Imperialism, Manchester, S. 161-179.
    7. Watenpaugh, Keith David (2010): The League of Nations’ Rescue of Armenian Genocide Survivors and the Making of Modern Humanitarianism, 1920-1927, in: The American Historical Review 5/2010, S. 1315-1339.
    8. Zimmermann, Susan (o.J.): Equality of women’s economic status? A weighty bone of contention in global gender policies emerging in the interwar period (in Begutachtung).
    9. Meger, Sara (2016): The Fetishization of Sexual Violence in International Security, in: International Studies Quarterly 1/2016, S. 149-159.
    10. Fisch (2005): Burning Women, S. 435.
    11. Ebd., S. 437.
    12. Watenpaugh, S. 1333.
    13. Dabiq 7, S. 42f. Ich möchte mich bei Lukas Huber bedanken, der mich auf diese Zeitschrift aufmerksam gemacht hat.
    14. Zimmermann, Susan (2007): The Institutionalization of Women and Gender Studies in Higher Education in Central and Eastern Europe and the Former Soviet Union: Asymmetric Politics and the Regional-Transnational Configuration, in: East-Central Europe 1/2007, S. 131-160.
    15. Vgl. https://iwspace.wordpress.com/in-our-own-words/.

     


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