• Editorial

  • Von Walter Baier | 11 Apr 11
  • Transform!, die Europäische Zeitschrift für kritisches Denken und politischen Dialog, erscheint mit der jetzt vorliegenden Nummer in einem neuen Design. Damit sollen mehrere Änderungen sichtbar gemacht werden. Zunächst eine im Hintergrund vollzogene Änderung der Organisation und technischen Ausstattung der Zeitschrift. Diese wurde erforderlich, da mit der Herausgabe der ersten Nummern in Portugiesisch und Italienisch unsere Zeitschrift nunmehr in sechs Sprachen1 erscheint. Der Vertrieb und das Marketing der Zeitschrift werden vom VSA-Verlag in Hamburg besorgt werden.

    Mit Juni dieses Jahres wird die Print-Ausgabe durch die umgestaltete und technisch verbesserte Website ergänzt. Zudem sind wir dabei, die erste Nummer eines regelmäßig erscheinenden Newsletters vorzubereiten. Die redaktionelle Koordinierung dieser erweiterten medialen Aktivitäten und die Produktionsleitung der englischen Ausgabe der Zeitschrift liegen ab sofort in den Händen der in Wien lebenden Sozialwissenschafterin und Publizistin Rosa Reitsamer. Für die deutsche Ausgabe zeichnet weiterhin Effi Böhlke verantwortlich.

    Beschlossen wurde diese Erweiterung der öffentlichen Präsenz des Netzwerks auf der Mitgliederversammlung, die im vergangenen Januar stattfand. Inzwischen gehören transform! europe 16 Organisationen, Zeitschriften und Bildungseinrichtungen aus 13 europäischen Ländern an.

    Auf Grund seiner Anerkennung als mit ihr verbundene "Politische Stiftung" durch die Europäische Linke erhält transform! europe auch Mittel der Europäischen Union, aus denen zwei Forschungsprojekte finanziert werden: Eines unter dem Titel "Strategic Prospects of the European Radical Left", das eine vergleichende Untersuchung der politischen Erfahrungen der linken Parteien in Europa zum Gegenstand hat und gleichzeitig gemeinsame Fragestellungen bei ihrer Entwicklung formulieren soll. Den zweiten Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit von transform! europe bilden in diesem Jahr die Weltwirtschaftskrise sowie ihre politischen Konsequenzen und ihre Auswirkungen auf die Existenzweisen der Menschen. Einen ersten Überblick über diese Arbeit bietet der thematische Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe von transform! Redaktionell koordiniert wurde dieser Schwerpunkt von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Elisabeth Gauthier (Paris).

    Im Rahmen der ökonomischen Krise steigen die Spannungen in Europa immer mehr an, und es vertieft sich die Legitimationskrise der EU. Die in dieser Ausgabe publizierten Aufsätze zeugen von den vielfältigen Formen, in denen die Krise auftritt, von den Unterschieden und Übereinstimmungen in ihren Tendenzen. Leider ist klar, dass die Fähigkeiten der linken und fortschrittlichen Kräfte, in den einzelnen Ländern wie auf europäischer Ebene einen Politikwechsel herbeizuführen, derzeit begrenzt sind. In den letzten Monaten haben sich unter dem Slogan „Wir zahlen nicht für eure Krise“ unabhängig voneinander, z. T. aber auch koordiniert und vereint, Bewegungen des Widerstands herausgebildet, die bei den von ETUC Mitte Mai organisierten Europa-weiten Demonstrationen zusammentrafen. In welchem Ausmaß und auf welche Weise sich die globale Krise auf die sozialen und politischen Bedingungen auswirken wird, das wird Gegenstand der Herbstausgabe von transform! sein.

     

    Die Graphik des Titelblattes wurde uns freundlicherweise von der belgischen Gewerkschaft VVL-BBDO – der Belgischen Kampagne für Anständige Arbeit (campagne belge pour le travail décent) zur Verfügung gestellt, wofür wir uns herzlich bedanken. Die Fotographien im Heftinneren sind Teil einer Bildreportage über das Weltsozialforum in Belém von Emmanuelle Reungoat; auch ihr sei herzlich gedankt.

     

    1) transform! erscheint nunmehr in Englisch,  Griechisch, Deutsch, Französisch, Portugiesisch und Italienisch; eine spanische  Ausgabe ist in Vorbereitung.