• Was heißt „Kommunismus“ heute? Rundtischgespräch über das Wort und den Wortsinn in der Gegenwart

  • 26 Apr 11 Posted under: Theorie
  • Über das Wort „Kommunismus“ und dessen heutige Bedeutung debattieren hier drei kritische Intellektuelle. Der Begriff ist leidenschaftlich umstritten, weil er geschichtlich und politisch belastet ist und doch Referent – für manche sogar als Identität stiftend – vieler Mitstreiter für die menschliche Emanzipation in Frankreich bleibt.

    Für unsere Zeitschrift haben Patrick Coulon mit Chantal Delmas zur Unterstützung – beide Leitungsmitglieder von Espaces Marx – die Drei zusammen gerufen und jeden danach gefragt, was ihm das Wort „Kommunismus“ besagt und wie er es mit den Vorstellungen von Alternativen und von Emanzipation verbindet. Sie haben darüber debattiert, ob der Begriff noch brauchbar ist und wie sie es bewerten, dass diejenigen, die sich zu ihm bekennen, fast überall auf der Erde gescheitert sind, und worin sie schließlich Lösungsansätze für Bodengewinn im Sinn der sozial befreienden Transformation erblicken.

     

    Patrice Cohen-Séat

    Das Wort „Kommunismus“ ist untrennbar mit einer Geschichte verbunden. Es verweist zwangsläufig auf eine Gesamtheit von historischen Geschehnissen, auf die Geschichte der Regime und der politischen Kräfte, die sich auf den Kommunismus beriefen. Diese historische Erfahrung bestimmt überwiegend den Sinn, in dem dieser Begriff und das Wort selbst heute angesehen werden. Er ist massiv vom Scheitern der Regime sowjetischen Typs gekennzeichnet. Und er bereitet auch Probleme für die Sicht auf Regimes, die sich weiter auf den Kommunismus berufen wie dasjenige in China.

    Andererseits entspricht das Engagement in seinem Sinn in einem Land wie Frankreich – das kein kommunistisches Regime erlebt hat – noch immer einem Willen zum Kampf gegen das Unrecht, einem Kampf, der sich in der politischen Lebenserfahrung anreichert, verbreitert und zum Engagement für die menschliche Emanzipation wird. Das heißt gegen alles, was den Menschen entfremdet. Der Kommunismus ist praktisch das, was dazu führt, die bestehende Ordnung in Frage zu stellen, nämlich das kapitalistische System selbst und schließlich alle Formen von Ausbeutung und Herrschaft. Es gibt also einen Hiatus, eine Kluft, und sogar einen tief greifenden Widerspruch zwischen dem, was Zehntausende Männer und Frauen zu einem derartigen Engagement bewogen hat und weiter bewegt, und der Art und Weise, in der die Gesellschaft allgemein, im großen Ganzen gesehen, jenes Wort auffasst. Im Grunde genommen steht der allgemein-gesellschaftlich verliehene Wortsinn im Widerspruch zu jenem, den die bekennenden Mitstreiter und Mitstreiterinnen für diese Sache hegen. Das ist heute in Frankreich ein großes politisches Problem.

    In anderen Ländern, wo der Kommunismus kompromittiert ist, weil die Geschichte seinen Sinn negativ beladen hat, wurde das Wort selbst exkommuniziert. Das Problem ist, dass es nicht wieder in seinem positiven Sinn eingesetzt wurde. Das Wort beinhaltet im politischen Leben das Projekt, das kapitalistische System zu überwinden und nach menschlicher Emanzipation zu streben. Und es integriert dieses Projekt in eine Auffassung des Realen, eine Auffassung der Geschichte, nämlich in diejenige vom Klassenkampf. Es ist politisch untrennbar verbunden mit dieser Frage der Klassen und folglich ihres Selbstbewusstseins. In den Mittelpunkt des politischen Lebens stellt es die Forderung nach Vereinigung des Proletariats und somit nach dem Zusammenschluss der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Das Wort „Kommunismus“ beinhaltet also namentlich ein spezifisches Ziel (die menschliche Emanzipation) und eine Auffassung vom notwendigen Weg zur Emanzipation (dem Klassenkampf). Doch auf der politischen Ebene tritt bisher kein anderes Wort an diese Stelle, sozusagen als Ablösung. Das Reservoir an Wörtern hat sich gewissermaßen erschöpft. Das ist eine der Dimensionen oder eines der Symptome dessen, was man die Krise (oder den Tod) der Ideologien nennt.

    Ich füge hinzu: Ist der Sinn, mit dem das Wort belastet ist, Produkt der Geschichte, so hat jede politische Kraft, die sich zu ihm bekennt, ihre Mitverantwortung. In Frankreich haben die einstigen Beziehungen der kommunistischen Partei zu den Regimes sowjetischen Typs, die zögerliche und sogar bis 1991 nicht vorbehaltlose Kritik an diesen Regimes – soweit das über die Verurteilung des Stalinismus hinaus zu gehen hatte –, sich sehr auf das Image der FKP und des Kommunismus ausgewirkt. Da ist auf jeden Fall politische Arbeit zu leisten: Nicht nur die Kritik der Experimente, die sich auf den Kommunismus berufen haben und weiter berufen, zu Ende zu führen, sondern auch dasselbe betreffs der Gründe zu leisten, deretwegen wir französischen Kommunisten versäumt oder gezögert haben, das zu tun.

     

    Roger Martelli

    Kommunismus“ verschmilzt im großen Ganzen zum Teil mit der alten Bewegung für Recht und Freiheit. Ich möchte wie Jacques Bidet sagen: „für Gleichfreiheit“, weil es entgegen der neoliberalen Vulgata derart unmöglich ist, Gleichheit und Freiheit getrennt zu denken. Für den Sinn dieses Kampfes kann man offenkundig sehr weit bis zu Zeiten vor dem Gebrauch des Wortes „Kommunismus“ zurück greifen. „Kommunismus“ verändert jedoch seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sein Gefüge, als der Kapitalismus zum dominanten sozialökonomischen System und zur universell prägenden Form der gesellschaftlichen Verhältnisse wird. Der Kommunismus macht damals Anstalten, sich als radikale Kritik des herrschenden Systems zu verstehen und als globale politische Bewegung zu fungieren. Er wird zur kapitalismuskritischen Bewegung auf Arbeiterbasis und betritt das politische Terrain namentlich zum Gründungszeitpunkt 1848 und mit dem „Manifest der kommunistischen Partei“.

    An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bezeichnet „Kommunismus“ eine besondere politische Form, die sich nach 1917 in Gestalt einer explizit kommunistischen Bewegung herauskristallisiert. Das bolschewistische Vorbild wird zur massenhaft anerkannten Bezugsgröße, zum theoretischen und praktischen Muster für die Verfasstheit der „kommunistischen Parteien“ des 20. Jahrhunderts.

    Von 1917 und noch offenkundiger von 1945 an präsentiert sich der „Kommunismus“ schließlich als fest gefügte Konzeption der Lenkung von Wirtschaft und Gesellschaft. Mit den zahlreichen Sonderformen des Sowjetismus wird er zum Gesellschaftsmodell. Mehrere Jahrzehnte lang wird der Kommunismus dann mit diesem Gesellschaftsmodell gleichgesetzt. Der Kommunismus ist dies alles. Heute Kommunist zu sein bedeutet vor allem den Entschluss, in eine Geschichte mit deren sämtlichen Dimensionen einzutreten. Der Kommunismus ist weder eine Idee noch ein verschwommenes Ideal, woraus man eine Realität ableiten könnte. Er ist eine historische politische Bewegung, deren Eigenart letzten Endes zusammenfassend in vier Behauptungen ausgedrückt werden kann. Die erste Behauptung besagt, dass der Kapitalismus nicht das Ende der Geschichte, sondern nur eine besonders entwickelte Form der Ausbeutungs- und Herrschafts-Gesellschaften ist. Eine historische, somit vergängliche Form; ergo muss man daran denken, sie radikal zu überwinden. Kommunist zu sein heißt zuerst dafür zu halten, dass es richtig und realistisch ist, für die Perspektive einer Gesellschaft einzutreten, die nach anderen Normen, anderen Regeln, anderen Logiken fungiert als nach denen des herrschenden Kapitalismus.

    Die zweite Behauptung besagt, dass es einer Revolution bedarf, damit diese alternative soziale Dynamik einsetzt. Innerhalb des Systems ist Gleichfreiheit nicht möglich. Man passt sich nicht an das System an; man muss daraus hinauskommen und an ein Jenseits dieses herrschenden Systems denken. Die Form dieser Revolution/Abschaffung/Überwindung ist noch konkret zu definieren; sie ergibt sich nicht mechanisch aus ihrer Notwendigkeit, aber diese Notwendigkeit ist eine grundlegende Gegebenheit.

    Die dritte Behauptung: Dies alles geschieht nicht im Reich der Ideen. Um die Welt zu verändern, bedarf es dazu fähiger materieller und geistiger Kräfte. Der moderne politische Kommunismus hat sich seit dem 19. Jahrhundert anhand des Gedankens gestaltet, dass diese materielle Kraft in der historischen Großform der Industriearbeit entsteht, das heißt vom Raum der Arbeiter aus. Die Revolution kommt nicht „von oben“, sondern vom Volk her; das moderne Volk strukturiert sich um seine proletarische Basis herum, sagen Marx und Engels.

    Und schließlich als letzte Behauptung: Dies alles muss im politischen Raum gestaltet werden. Das heißt, dass sich der Kommunismus, wenn er zu einem gegebenen Zeitpunkt auf die Welt einwirken will, als politische Kraft konstituieren muss, als „kommunistische Partei“.

    Zu Beginn dieses 21. Jahrhunderts ist der Kommunismus durchaus ebenso relevant und sogar in mancherlei Hinsichten relevanter als vor anderthalb Jahrhunderten. Ich bekenne mich deshalb weiter zu dieser historischen Verwurzelung des Denkens über den sozialen Kampf und die aktive Emanzipation. Doch zugleich kann bei aller erkannten Relevanz nicht stillschweigend darüber hinweggegangen werden, dass das 20. Jahrhundert dasjenige der Versuche war, den Kommunismus zur konkreten – nicht nur gedachten – Alternative zur bestehenden Weltordnung und zur Ordnung des Kapitals zu machen. Und deshalb ist der aktuelle Entschluss für den Kommunismus offenkundig nicht denkbar, ohne von dem historischen Scheitern dieses konkreten Realisierungsversuchs auszugehen, der sich insbesondere im Aufkommen und Festsetzen des Sowjetismus geäußert hat. Der Kommunismus hat im 20. Jahrhundert eine dominante Form angenommen, einschließlich einer Auffassung von der Gesellschaft und ihrem Umsturz, von der revolutionären Form und von der Form der kommunistischen Partei selbst. Diese Auffassung galt für eine Zeit, die vorbei ist. Die Welt, in der wir uns befinden, ist zum einen dieselbe und zugleich radikal verschieden von derjenigen, die vor anderthalb Jahrhunderten das Aufkommen und die moderne Ausformung des kommunistischen Denkens marxistischer Herkunft erlebt hat.

    Ich kann die Behauptung einer bleibenden Relevanz nicht von der Behauptung trennen, dass es dringend notwendig ist, die Formen zu finden, unter denen der kommunistische Entschluss mit der real bestehenden Ordnung rechnet. Ich neige sogar zu dem Gedanken, dass wir an einem jener Punkte in der Geschichte des Kommunismus angelangt sind, wo seine Relevanz nicht anders denkbar ist als in Gestalt eines Bruchs mit seiner vormals dominanten Daseinsform. Es gibt keine mögliche Zukunft des politischen Kommunismus, wenn er nicht mit dem historischen Muster des Kommunismus bricht.

    Entgegen wiederkehrenden Versuchungen kann der Bruch nicht in Gestalt einer „Rückkehr zu …“ erfolgen. Es genügte nicht, zu Lenin zurückzukehren, um den Stalinismus zu überwinden; es genügt nicht, zu Marx zurückzukehren, um den Bolschewismus zu überwinden. Der grundlegende Entschluss zu Marx’ Zeiten bleibt dann und nur dann intellektuell zutreffend, wenn er sich voll und ganz neu begründet. Sich voll und ganz neu zu begründen bedeutet, zu gegebener Zeit die intellektuellen Grundlagen, die praktischen Triebkräfte und die Organisationsformen, unter denen der kommunistische Beitrag zum allgemeinen Kampf für die Emanzipation in dem neuen Rahmen denkbar wird, auf den Begriff zu bringen. Wir müssen die Rahmen einer Emanzipationsbewegung, die sich nicht mehr auf den Bezug zur revolutionären Arbeiterbewegung, nicht einmal mehr auf den Antikapitalismus einengen lässt, neu konzipieren. Ich halte es für sinnvoll, einen spezifisch „kommunistischen“ Beitrag zu dieser allgemeinen Emanzipationsbewegung ins Auge zu fassen. Ein Beitrag ist nicht nichts – und doch nicht alles.

     

    Jean-Louis Sagot-Duvauroux

    Erste Bemerkung: Ich bin voll einverstanden mit einer von Patrice und Roger geäußerten Idee: Der Kommunismus ist Geschichte, konkrete Geschichte. Man kann nicht trennen zwischen dem kommunistischen Ideal und dem, was vorgefallen ist. Wenn man sich Kommunist nennt, heißt das zuerst, dass man sich in eine Erblinie einschreibt. Zweite Bemerkung: Es gibt, wie Roger feststellt, eine von der modernen Geschichte des Kommunismus ständig weiter getragene Überzeugung: Das kapitalistische Regime ist nicht das Ende der Geschichte. Man kann den Liberalismus als die entgegen gesetzte politische Option definieren: Alle nur mögliche Freiheit ist erreicht mit der repräsentativen Demokratie nach westlicher Art, mit der Freiheit des Marktes, der kapitalistischen Form der Produktionsorganisation und der Lenkung der Welt durch den Westen. Höchstens kann man dieses Ergebnis noch vervollkommnen, im Irak statt der Diktatur ein Mehrparteien-Wahlsystem einrichten, die Entwicklung der Völker so fördern, dass sie die westlichen Nationen im Konsumniveau „einholen“, die Weltwirtschaft normalisieren, indem man alle Situationen aufs Korn nimmt, wo der „freie Wettbewerb“ in Frage gestellt ist, usw. Der liberalistischen Option zufolge schlägt jeder Versuch, in der Geschichte der menschlichen Emanzipation weiter zu schreiten, in sein Gegenteil um und bringt Rückschritt an Freiheit. Der Liberalismus gründet seinen Einfluss auf ein sehr solides Argument: Die konkreten Versuche, jenes Ende der Geschichte zu überbieten, waren durchaus nicht überzeugend, insbesondere in Sachen der Freiheit. Aus diesem Grund wird das liberale Postulat sehr massiv gebilligt, wenn auch oft wider Willen. Dritte Bemerkung: Ich glaube, eine der großen Schwächen unserer kommunistischen Erblinie besteht darin, dass außer dem historischen Scheitern des Sowjetismus auch der relative Charakter unseres Erbes bisher nicht durchdacht werden konnte, dass es weiter als einzig vollendete, universelle, als einzig legitime Form der menschlichen Emanzipation galt. Die vernünftig gesehene Wirklichkeit ist bescheidener und vielleicht schöner. Männer und Frauen, vor allem Männer, vor allem Arbeiter in einem Teil der Welt, dem Westen, werden in einem Zeitraum der westlichen Geschichte, dem der Industrialisierung, von dem Begehren nach Emanzipation bewegt, und sie stoßen auf eine konkrete Entfremdung, eine konkrete Schranke, die sich quer über den Weg legt – die Universalisierung der kapitalistischen Macht. Das gibt ihnen Anlass zu denken:

    Wir werden uns von diesen Entfremdungen befreien, die sich konkret vor uns erheben. Und sie kommen voran. Dafür erfinden sie Organisationsformen. Sie erarbeiten weit reichende Theoriegebilde, zum Beispiel den Marxismus, der eine glänzende Analyse des Kapitalismus und der von ihm erzeugten Unterdrückungen bietet. Sie schaffen sich Institutionen und politische Prozesse, die anscheinend diese Schranken zu durchbrechen vermögen. Sie rufen Werte ins Leben, namentlich solche, die von der Idee des „Kommunen“ ausstrahlen und auf den Gedanken führen, dass ein Überschreiten des liberalen Endes der Geschichte bedeute, die Freiheit in der Vergemeinschaftung, in der Gleichheit voran zu bringen. Und wir sehen alle, dass der Liberalismus tatsächlich die Geschichte der Freiheit dort abstoppt, wo sie beginnt, Gleichheit zu produzieren. Dies alles bewirkt, dass man unverhohlen sagen kann: Diese Emanzipationsgeschichte, die eine mehrheitlich maskuline weiße Arbeiterklasse betrieben und in die westliche Geschichte und Kultur eingeschrieben hat, kann wirklich Solides an Zutaten beisteuern, wenn es darum geht, das Abenteuer der Freiheit heute neu zu beginnen. Allein deswegen kann sich die kommunistische Geschichte jedoch nicht als das Universum der Emanzipation präsentieren. Sie muss akzeptieren, ins Gespräch mit anderen zu treten. Man kann das sehr erhellende Beispiel des Feminismus nehmen, der ganz anders geartete Theoriegebilde und Organisationsformen produzieren wird, als sie die westliche Arbeiterklasse im Ringen mit dem Kapitalismus hervorgebracht hat. Da hat man eine Geschichte, die echten Bodengewinn der Emanzipation darstellt, sich aber nicht in das kommunistische Erbe einfügt, obwohl sie es oft überschneidet. Dasselbe gilt für die massiv auftretenden nicht westlichen Erblinien der Emanzipation, die wegen der Globalisierung deutlicher sichtbar werden. An Emanzipations-Polen gibt es eine Vielzahl und eine Vielfalt, denn es sind immer konkrete menschliche Gemeinschaften, die gegen ihrerseits unterschiedliche Einschränkungen aufbegehren. Die kommunistische Erbengemeinschaft hat lange die Theoriegebilde und Organisationsformen, die sich nicht ihrer Oberhoheit unterordnen wollten, verschrien und bekämpft. Viele ihrer Irrwege haben mit dieser Verblendung zu tun.

    Damit der kommunistische Zustrom wieder positiv wird oder es weiterhin bleibt, muss er meiner Ansicht nach akzeptieren, dass er nur eine von mehreren Erblinien der Emanzipationsbewegung darstellt. So orientiert kann seine Geschichte meines Erachtens wahre Spannkraft erhalten, wird aber offenkundig erheblich anders verlaufen, Ich übernehme die kommunistische Identität, weil ich konkret zu dieser Erbenlinie gehöre und weil es sinnvoll ist, ihre Erfindungen in den gemeinsamen Topf zu tun. Aber ich sehe in ihr nur einen der Zuflüsse zu einer umfassenderen Bewegung, dem Streben nach Emanzipation, nach Autonomie, und so weiter. Die Kommunisten teilen dieses politische Begehren mit anderen, die auf konkrete Unterdrückung stoßen und diese abbauen wollen. Sie bringen dazu das emanzipative Erbe der gegen die kapitalistische Unterdrückung engagierten westlichen Arbeiterklassen ein. Ihr Standpunkt kann beanspruchen, im optischen Sinn eine bestimmte Gesamtsicht auf unsere Welt und ihre Emanzipation zu bieten. Aber er ist nicht der einzig mögliche Standpunkt zur Emanzipation, denn andere Beobachtungsposten erheben sich an verschiedenen Orten.

     

    Patrice Cohen-Séat

    Der Kommunismus als konkrete politische Geschichte ist tief in der Krise. Große Anstöße erhielt diese Krise durch das Scheitern und sogar den Zusammenbruch der Experimente, die sich auf den Kommunismus beriefen. Umfassender gesehen resultiert diese Krise jedoch aus dem Überaltern des (bolschewistischen) Musters, das ihnen Leitlinien und Halt geben sollte. Eines (theoretischen, ideologischen, politischen) Musters, das seinerseits von einem gesellschaftlichen Zustand herrührte. Die politische Geschichte des Kommunismus ist heute nicht zu trennen von einem Zeitraum – dem 20. Jahrhundert und insbesondere seiner ersten Hälfte –, der von der Entwicklung der Arbeiterklasse gekennzeichnet war. Ich verwende dieses Wort in einem präzisen Sinn, dem der Männer, die (im Übrigen zahlreicher als die Frauen) materielle Arbeit als Bediener von Werkzeugmaschinen leisteten. Es gibt keine Klassenkämpfe ohne Klassen, das versteht sich von selbst. Und in jenem Zeitraum stand diese Arbeiterklasse im Mittelpunkt des Kampfes. Und wenn ich „Klasse“ sage, dann spreche ich per definitionem nicht von einer „sozi-professionellen Kategorie“, sondern von Männern und Frauen, die sich der Gemeinsamkeit oder Konvergenz ihrer Interessen angesichts der entgegengesetzten oder widersprechenden Interessen anderer sozialer Kategorien bewusst sind. Das ideologische Muster des Kommunismus des 20. Jahrhunderts ist vollständig an die Existenz und die Entwicklung dieser Klasse gebunden, an die Vorstellung, die sie von ihr selbst, von ihrem Werden (nämlich zur Bewegung der überwältigenden Mehrzahl) und von ihrer Rolle haben konnte. Um die wesentlichen Interessen dieser vor allem mit der kapitalistischen Ausbeutung bei der Arbeit konfrontierten Klasse herum wurde also der Kampf organisiert, sodass das Verhältnis von Kapital und Arbeit (statt der Gesamtheit der Dimensionen der zur menschlichen Emanzipation erforderlichen Kämpfe) zum harten Kern des kommunistischen Kampfes wurde. So entstanden eine Auffassung und eine Darstellung der sozialen Transformation, deren Struktur bestimmt wurde von den Interessen der Arbeiterklasse, der Partei der Arbeiterklasse, der Rolle dieser Partei als Vortrupp und einer Konzeption der gesellschaftlichen Umgestaltung per Revolution samt Rolle des Staates und administrierter Wirtschaft usw.

    Nun hat dieses Muster, wie sich zeigt, der Geschichte nicht standgehalten. Es gab nicht nur die Verbrechen des Stalinismus, die extrem etatistischen Regimes und das Antasten der Freiheiten, wovon Roger sprach, sondern auch einen Wandel der Wirklichkeit, worauf diese Konzeption fußte. Die Arbeit hat sich gewandelt, die Gesellschaft hat sich gewandelt, die internationale Arbeitsteilung hat sich gewandelt, der Kapitalismus hat sich finanzialisiert, globalisiert; es gab die so genannte Informations-Revolution usw. Direkte Ausbeutung durch das Kapital erfahren immer weitere soziale Gruppen, sodass diese gewiss mehr als 90% der Gesellschaft darstellen, jedenfalls in einem entwickelten Land wie Frankreich oder andere europäische Länder, aber das Klassenbewusstsein ist tief gesunken. Die enorm verschiedenen Situationen auch in der Arbeiterklasse und erst recht in der Gesamtheit der Lohn- und Gehaltsabhängigen hat Unterschiede und sogar Widersprüche zwischen den Interessen erzeugt, so von Franzosen und Ausländern, von Erwerbslosen und Beschäftigten, prekär oder anders Gestellten usw. Daher ist die politische Arbeit mit dem Ziel, die Opfer von Ausbeutung und Beherrschung zu vereinen und zusammenzuschließen, unendlich komplizierter geworden. Aus dieser zutiefst gewandelten Wirklichkeit folgt, jenseits von Wohl und Wehe der Experimente, die sich auf den Kommunismus beriefen, die Notwendigkeit eines ausgesprochenen Bruchs mit den von dem bolschewistischen Muster herkommenden Konzeptionen. Dem Kommunismus als Träger grenzenloser Hoffnung eine Zukunft zu geben heißt, in der politischen Sphäre – dort, wo die Vorstellungen mit realen Bewegungen und Mobilisierungen verbunden werden – an den Voraussetzungen für ein neues Klassenbewusstsein zu arbeiten. Das bedeutet also, von den neuen Ausbeutungs- und Herrschaftsformen auszugehen, um Frauen und Männern zu ermöglichen, sich ihrer Interessengemeinschaften bewusst zu werden und sich politisch zusammenzuschließen.

    Das kann nicht mehr allein das Verhältnis von Arbeit und Kapital betreffen, wenn auch die Arbeit einer der Hauptplätze von Ausbeutung und Beherrschung bleibt. Man kann – wie nach der These von Jean-Louis – sagen, dass der Kommunismus dieses Verhältnis von Kapital und Arbeit aufgreift, weil das seine Geschichte ist, und dass er deshalb einer der Zuflüsse zum großen Strom der Kämpfe für die menschliche Emanzipation ist. Man kann ihm – wie Roger – die Berufung zuschreiben, alle aktuellen Dimensionen des Kampfes um Emanzipation zu bedenken und zu organisieren. Ich werde nicht sagen: „Ist nicht so wichtig“, weil die Worte – zumal so gewichtige Worte wie „Kommunismus“ – im politischen Leben bedeutsam sind. Es ist also eine politische Debatte von erstrangiger Wichtigkeit, sich über den Wortgebrauch zu befragen. Aber sagen werde ich: Die Hauptsache, der Mittelpunkt unserer heutigen Schwierigkeiten ist die Frage, wie die Männer und Frauen, die konkret ausgebeutet und beherrscht werden, zusammenzuführen, zu vereinen und die Voraussetzungen für das Bewusstwerden ihrer gemeinsamen Interessen zu schaffen sind, sodass sie gegen den Kapitalismus von heute kämpfen können, den finanz-getriebenen, globalisierten … und mehr und mehr militarisierten Kapitalismus.

     

    Roger Martelli

    In zwanzigsten Jahrhundert dominierte eine spezielle Kommunismus- Auffassung, eine in sich geschlossene Konzeption der sozialen Dynamik, der Revolution, der revolutionären Transformation und der politischen Form, die diese Transformation durch Revolution möglich macht. Das heißt, von einer Partei, „der Kommunistischen Partei“, wohl gar „der Partei“. Ich denke, jede Form kommunistischen Denkens muss heute ausgehen von der Idee, dass diese dominante Form hinfällig ist. Der Kommunismus des zwanzigsten Jahrhunderts ist heute unwiederbringlich tot, und es taugt zu nichts, glauben machen zu wollen, man könne ihn fortsetzen oder wiederkehren lassen. Das ist der Ausgangspunkt. Jedes Denken über den Kommunismus ist Denken über Emanzipation. Man kann heute nicht über den Kommunismus nachdenken, wenn man nicht möglichst umfassend die Bilanz der gescheiterten Emanzipations- Konzeptionen zieht. Es gibt Emanzipations-Konzeptionen, die im zwanzigsten Jahrhundert gescheitert sind. Und insbesondere zwei Emanzipations- Konzeptionen, die eine Art von Vorbedingungen für die Emanzipation aufstellten. Diese beiden Vorbedingungen waren namentlich das Erringen der politischen Macht und der Transfer des Eigentums. Nun ist es die Erfahrung des zwanzigsten Jahrhunderts, dass es nicht genügt, das Gegenteil des Kapitalismus zu machen, um ihn zu überwinden. Zum Beispiel erzeugt der Eigentumstransfer bei unveränderten Enteignungslogiken nicht Emanzipation, sondern letztlich Super-Herrschaft und zuweilen sogar Despotismus. Eine Logik, die Logik des Erringens der politischen Macht ohne Untergraben der politischen Macht und radikalen Abbau des Etatismus – wie ihn der Marxismus immer theoretisch angesagt, aber nie in die Praxis umgesetzt … oder, genauer gesagt, jedes Mal vergessen hat, wenn er an die Macht kam –, produziert nicht Emanzipation, sondern Despotismus. Das verletzt also zu gegebener Zeit die Emanzipationslogik, und es vergibt die Möglichkeit, den Kapitalismus zu überwinden. Es genügt nicht, den Kapitalismus abzuschaffen oder umzukehren, um wirklich menschliche Emanzipation zu produzieren. Das wissen wir. Man muss also rekonstruieren. Neu begründen, und zwar gründlich.

    Um zu rekonstruieren, muss man sich meines Erachtens von einer Denkweise lösen, die ich typisch „essentialistisch“ nennen werde. Es taugt nicht zu fragen, was Kommunismus im Allgemeinen ist, um danach die konkreten Modalitäten seiner Existenz ins Auge zu fassen. Es ist tatsächlich wieder davon auszugehen, worauf sich der kommunistische Entschluss gründet. Der Leitfaden ist das Erfordernis, das Verlangen nach Emanzipation: Worin besteht heute, im einundzwanzigsten Jahrhundert, eine Politik vollständiger Emanzipation der Individuen als autonomer Personen sowie als solidarischer Individuen, das heißt als Menschengemeinschaft, als Menschheit? Am Wichtigsten ist es, wieder Emanzipationsprojekte aufzubauen, und zwar in dem Wissen, dass dies weiterhin unterstellt, mit jeder Logik der Anpassung an das herrschende kapitalistische System zu brechen. In diesem System kann es keine Emanzipation geben. Das zwanzigste Jahrhundert hat nicht Gleichfreiheit hervorbringen und dadurch aus diesem System ausbrechen können? Es hat auch gezeigt, dass Gerechtigkeit auf die Dauer durch bloße Mühen um Anpassung an die Normen des Kapitals und des freien, unverfälschten Wettbewerbs nicht zu haben ist.

    Auf politischer Ebene im europäischen Maßstab ist heute die wichtigste strategische Frage, ob es möglich ist, so zu handeln, dass der Entschluss für konsequente Emanzipation – und folglich zum Bruch mit den Logiken der Anpassung an das System –, ob also der Entschluss für Emanzipation, für radikale soziale Transformation, in der Linken Europas und der Welt den Ton angibt. Wird zu gegebener Zeit gerade die Transformations- Logik die ganze Linke und damit das ganze politische Feld Europas erfassen? Das ist die Frage der Fragen.

    Ist in jenem Rahmen … und ich sage sehr wohl: in jenem Rahmen … Platz für eine Erblinie, die ausdrücklich kommunistischer Abkunft wäre? In Gedanken neige ich zu einem „Ja“. Es ist weiter sinnvoll, eine eigenständig kommunistische Erblinie ins Auge zu fassen, die auf eigenen Grundlagen das aufarbeiten kann, was eine Geschichte von Kreativität und Abschottung, von noblen Errungenschaften und mörderischen Tragödien war. Dies alles ist zu verarbeiten, zu kritisieren, zu überwinden, aber nicht zu vergessen. Einer Geschichte den Rücken zuzuwenden macht sie nicht ungeschehen.

    Setzt das partout voraus, dass sich diese Linie separat in Gestalt von separaten Organisationen, von separaten kommunistischen Parteien konstituiert? Ich denke nicht mehr so. Die Kommunisten müssen sich als denkende und handelnde Gemeinschaft konstituieren und sind insofern als „kommunistische Partei“ anzusehen. Aber nichts besagt, dass diese „kommunistische Partei“ nicht innerhalb einer umfassenderen politischen Bewegung denkbar ist, wo sie die Funktionen einer Partei ausübt, aber heute unterschiedliche Sensibilitäten, Traditionen, Strömungen zusammenschließt. Die Linke der sozialen Transformation ist gehalten, sich als politische Kraft zu konstituieren. In dieser Kraft ist Platz für die Kommunisten als solche; sie haben es nicht unbedingt nötig, sich in Form einer separaten Parteistruktur zu behaupten.

     

    Jean-Louis Sagot-Duvauroux

    Seit Jahrhunderten betrachtet ein Streben nach Autonomie nicht mehr Gott, den Fürsten, die Natur der Dinge oder irgendeine andere heteronome Macht als befugt, uns vorzuschreiben, nach welchem Modell wir in der Gesellschaft leben sollen. Seit Jahrhunderten stellen Menschen vereint die politische Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben, was für Menschen wollen wir sein? Der Gesichtspunkt der Emanzipation weist eine Richtung: Ich will ein freierer Mensch sein, ich will in einer selbständigeren Gesellschaft leben.

    Alle anderen Erwägungen und namentlich die Organisationsfragen sind dem Sinn, dem konkreten Inhalt der Emanzipation untergeordnet. Zum Beispiel glaube ich, dass wir uns weder durch unseren Antikapitalismus noch durch sonst ein „anti-“ definieren sollten. Wir wollen die Geschichte der Freiheit fortsetzen und wir stoßen unterwegs auf ein konkretes Hindernis, den Kapitalismus. Er setzt unsere Zeit in Formen unterjochter Tätigkeit gefangen. Er reserviert die Freiheit des Zugangs zu Gütern für die Reichen. Er stiehlt uns die Frucht unserer Arbeit. Er kettet unsere Gemüter an die Faszinationen des Konsumismus, usw. Und wir, die wir die menschliche Tätigkeit befreien, freien Zugang zu den Gütern schaffen, Herr über die von uns produzierten Reichtümer werden, uns von der Entfremdung durch den Waren-Charakter befreien wollen, wir gehen dieses Hindernis an, und wir erfinden die befreienden Institutionen oder die Befreiungsbewegungen, die statt seiner auftreten könnten. Zu behaupten, der Kapitalismus sei von Natur aus böse, scheint mir sinnlos zu sein. Wenn das zuträfe, wäre es „an sich“ befreiend, den Kapitalismus zu vernichten. Es gibt mehrere historische Belege für das Gegenteil. Schon die alten Kommunisten erkannten, dass der Kapitalismus zwar schlecht für die Ausgebeuteten, jedoch für die Klasse, die daraus Profit zieht, durchaus wünschenswert ist. Es muss weiter gegangen und anerkannt werden, dass der Kapitalismus, der Liberalismus heute einem stark mehrheitlichen politischen Wunsch entsprechen; sie anzufechten, heißt deshalb, einen anderen Wunsch dagegen zu setzen und dann die überwiegende Mehrheit politisch davon zu überzeugen, dass dieser alternative Wunsch eine mögliche und wünschenswerte Weise des Zusammenlebens vorzeichnet.

    Um die richtige Organisationsform der Kommunisten oder, weiter greifend, der Emanzipationsbewegung zu bestimmen, muss zuerst geklärt werden, bis zu welchen Grenzen die Emanzipation möglich ist oder Freiheit jenseits der liberalistischen Sperre errungen werden kann. Das Wort Kommunismus selbst stand einst für weit reichende libertäre Ziele, die heute fast vergessen, aber noch immer erstaunlich anregend sind. Gegen die Unterordnung durch Lohnabhängigkeit und die Ausbeutung der Arbeit: Abschaffung der Lohnarbeit, Befreiung der menschlichen Tätigkeit. Gegen den staatlichen Zwang: Absterben des Staats, Freiheit. Gegen die heteronomen Gewalten: freie Assoziation. Gegen den Fetischcharakter der Ware: gelassene Nutzung der Güter, die uns erfreuen sollen. Doch die Aufnahme dieser Ziele in der „wirklichen Bewegung, die den bestehenden Zustand abschafft“, ist voller Kontraste. Man sah die Kommunisten in der ersten Reihe der Aktionen für die Verkürzung der vorgegebenen Arbeitszeit (vgl. Abschaffung der Lohnarbeit), des Widerstands gegen den extremen bewaffneten Zwang der Nazis (vgl.: Absterben des Staats), der neuen sozialen Regelungen, die Zugang zu unentgeltlicher Arztbehandlung verschafften (vgl.: „Jedem nach seinen Bedürfnissen.“). Man sah aber auch, dass von ihnen aufgebaute Staaten starken Zwang ausübten, die Gesellschaft Mangel leiden und die Religion der Arbeit zelebrieren ließen. Die Grenzen möglicher und wünschenswerter Emanzipation zu bestimmen genügt also nicht. Hinzu kommen muss eine radikale Kritik der Glaubenssätze und Praktiken, die dazu geführt haben, dass die befreienden Ziele des Kommunismus in ihr Gegenteil verkehrt wurden. Wir müssen die politischen, ideologischen und organisatorischen Bedingungen einer tatsächlichen Emanzipation herausarbeiten. Ich habe diesen wesentlichen Aspekt im zweiten Teil des Textes „Émancipation“ (siehe Marginalie) ausführlich behandelt. Ohne diese Arbeit bis zum Ende zu führen, sind die von der liberalistischen Option produzierten Augenscheinlichkeiten nicht zu erschüttern.

    Wird die kommunistische Erblinie weiter fortdauern? Heute existiert sie und ist allein imstande, das reiche und kontrastreiche Erbe ihrer Geschichte in die Emanzipationsbewegung einzubringen. Sie spielt mit und ich sehe nichts, was im Interesse der Emanzipation veranlassen könnte, sie hinauszuwerfen. Wird sie ewig bestehen? Wenn sie das glaubt, ist das, als ob sie sich für Gott hält, und sie wird dann in die alten Karrenspuren zurückfallen, sofern sie sich noch rühren kann. Wenn sie es nicht glaubt, was wohl wahrscheinlich ist, bleibt es ihr noch, sich für das Heute und die kommende Zeit nützlich zu machen. Sie hat oft gezeigt, dass sie es konnte.

     

    Aus dem Französischen übersetzt von Joachim Wilke (Zeuthen)


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