• Elisabeth Gauthier, Joachim Bischoff, Bernhard Müller
  • Europas Rechte

  • 15 Apr 15 Posted under: Neue Rechte
  • Wer ist die »moderne« Rechte in Europa und was sind deren Konzepte? Eine Veröffentlichung mit Unterstützung von transform! europe.

    Joachim Bischoff / Elisabeth Gauthier / Bernhard Müller
    Europas Rechte
    Das Konzept des »modernisierten« Rechtspopulismus
    Eine Flugschrift
    132 Seiten | Hamburg: VSA 2015 | EUR 11.00
    ISBN 978-3-89965-663-3

    Diese Flugschrift ist von der Jury »Das politische Buch« der Friedrich Ebert-Stiftung als eines der sechs besonders lesenwerten Bücher des Jahres 2015 (Shortlist) ausgezeichnet worden. In der Begründung heißt es: »Ausgezeichnet werden Bücher, die sich kritisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinandersetzen, richtungsweisende Denkanstöße geben und ihre Inhalte einem breiten Publikum verständlich machen.«

    Zum Buch

    Spätestens seit den Europawahlen 2014 ist eine Rechtsverschiebung des politischen Koordinatensystems auf dem Kontinent zu konstatieren. Besonders in Frankreich (Front National), Dänemark (Dänische Volkspartei) und Großbritannien (UKIP), aber auch in Österreich, Schweden, und Finnland sowie in Ungarn und Griechenland haben Parteien zugelegt, die rechts von den konservativen Parteien stehen. Auch in Deutschland hat die »modernisierte« Rechte inzwischen mit der »Alternative für Deutschland (AfD)« einen parteipolitischen Ausdruck gefunden.

    Was sind die Gründe für das Erstarken des Rechtspopulismus und was charakterisiert ihn im Unterschied zu rechtextremistischen Parteien mit offen rassistischen und völkischen Orientierungen?

    »Wohlstandswachstum« gibt es in Europa fast nur noch bei den Reichen, während für die Mittelschichten und die unteren Einkommensbezieher_innen die soziale Ungleichheit steigt. Beides führt zur Enttäuschung über die politische Klasse und sind Hauptgründe für das Anwachsen der »modernen« Rechten. Charakteristisch sind der Frontalangriff auf die Strukturen der Willensbildung und das Versprechen, über eine (kulturell begründete) Aufwertung von Familie und Nation die gesellschaftlichen Widersprüche aufzuheben und die Lebenslage der »kleinen Leute« zu stabilisieren. In Absetzung zum historischen Faschismus baut Nationalismus oder Regionalismus der neuen Rechten auf der Aktivierung von Ressentiments gegenüber jeder Form der ethnisch und geistig-kulturellen Vermischung auf. Deshalb ist Anti-Islamismus ein immer häufiger auftauchendes Moment der ideologischen Orientierung.

    Was tun? Appelle wie »no pasarán« oder die Aufforderung zur Konstituierung einer anti-faschistischen Front sind verständlich, reflektieren jedoch eine große Hilflosigkeit. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, auf die Frage, ob Politik Positives bewirken kann, neue, kreative Antworten zu entwickeln, mit denen die Folgen des entfesselten Kapitalismus (Verelendung von immer größeren Teilen selbst der Mittelschichten sowie massive Ausweitung von Flucht und Vertreibung) zurückgedrängt werden können.

    Die Autor_innen:

    Elisabeth Gauthier (1950-2016) war Direktorin von Espaces Marx, Mitglied des Nationalrats der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) und Mitglied des Managing Boards von transform! europe.
    Joachim Bischoff ist Ökonom und Mitherausgeber der Zeitschrift »Sozialismus«.
    Bernhard Müller ist Redakteur der Zeitschrift »Sozialismus«. 

    Aus dem Inhalt: 
    • Politischer Frühling des rechten Populismus?
    • Europäische Landkarte der Rechten
    • Vertiefung der sozialen Spaltung
    • Vorurteilsstrukturen – ein Syndrom
    • Fremdenfeindlichkeit 2014
    • Gespaltene Gesellschaft – soziale Spaltung der Demokratie
    • »Neue Rechte« und Veränderung des politischen Systems
    • Wie dem Spektrum der »Neuen Rechten« entgegentreten?

     

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