• 17 Jänner 2022 - 17 Jänner 2022
  • Call for Papers (Einreichfrist: 17. Januar 2022)
  • Internationale Konferenz zu reproduktiver Arbeit, Care-Arbeit und häuslichen Dienstleistungen

  • Die Pandemie hat den „Care-Notstand“ sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene schonungslos offengelegt. Bereits über die letzten Jahrzehnten hinweg hat sich die Bereitstellung der Care-Arbeit infolge einer Kombination aus demografischen, politischen und sozialen Dynamiken verändert und der Markt für häusliche und Care-Dienstleistungen ist größer geworden. So wurden Ungleichheiten – wie die geschlechterspezifische Arbeitsteilung, Outsourcing, die Ethnifizierung und der informelle Charakter dieser Segmente des Arbeitsmarkts – und Spaltungen, die sich durch internationale Kreisläufe und Mobilität zwischen dem globalen Süden und Norden ziehen, aufrechterhalten und in einigen Fällen sogar noch verstärkt.

    Mit der wachsenden Anerkennung der zentralen Bedeutung der Care-Arbeit (ILO, 2018) und der zunehmenden öffentlichen Debatte über die Funktionsweise von Infrastrukturen und Organisationsformen der Care-Arbeit (Hirata, 2021) geht einher, dass die Formen unbezahlter Arbeit, von denen die Reproduktion der Gesellschaft und des Kapitals abhängt, stärker Beachtung finden und sich die Sozialwissenschaften auf die Theorie der sozialen Reproduktion rückbesinnen (Bhattacharya, 2017).

    Diese Konferenz soll die bisherige Debatte über diese Fragen neu beleben, zu der verschiedene Wissensbereiche beigetragen haben, von der Ökonomie zur Geschichte, von der Rechtswissenschaft zur Soziologie, von der Sozialpsychologie zur Anthropologie oder den Kulturwissenschaften. Damit wird ein Beitrag zur Vertiefung der „Care Studies“ in Portugal angestrebt, indem Wissen, Erfahrungen sowie nationale und internationale Projekte zusammengeführt werden.

    Ziel ist dabei, theoretische und empirische Beiträge aus der wissenschaftlichen Forschung, aber auch aus Organisationsprozessen und Interventionsprojekten zusammenzutragen, um das Phänomen der reproduktiven Arbeit und die Organisation der (bezahlten und unbezahlten) Sorge- und Hausarbeit in ihren historischen und gegenwärtigen Ausprägungen besser zu verstehen und sich abzeichnende Trends und laufende Debatten über sozialrechtliche Regelungen und die öffentliche Politik in diesem Bereich aufzuzeigen.

    Bitte reichen Sie Ihre Kurzfassungen von Präsentationen bzw. Abstracts von Papers bis Montag, den 17. Januar 2022, ein.
    Zu den vorgeschlagenen Themen zählen:

    - Ungleichheiten und reproduktive Arbeit
    - Subjektive Erfahrungen, Lebensläufe, Erzählungen und Wahrnehmungen rund um die Haus- und Care-Arbeit
    - Demographischer Wandel, Altern und Care-Arbeit
    - Migration, Geschlecht und Ethnifizierung von bezahlter Haus- und Care-Arbeit
    - Arbeitsbeziehungen, Professionalisierungsdynamiken und Prekarität in der bezahlten Haus- und Care-Arbeit
    - Wohlfahrtsstaat, Formen der Wohlfahrtsproduktion und Arten der sozialen Organisation der Care-Arbeit aus nationaler, internationaler oder vergleichender Perspektive
    - Informelle Care-Arbeit: theoretische, phänomenologische, ethnographische und politische Dimensionen
    - Öffentliche Politik, Architektur der Care-Arbeit, Care-Arbeit und Urbanistik
    - Die Theorie der sozialen Reproduktion und die feministische Debatte über die Care-Arbeit
    - Politische und gewerkschaftliche Organisation und kollektives Handeln in den Bereichen der Care-Arbeit und der häuslichen Dienstleistungen
    - Arbeits- und sozialrechtliche Regelungen und soziale Schutzsysteme für die bezahlte Haus- und Care-Arbeit 

    Referenzen:

    - Bhattacharya, Tithi (Hg.) (2017), Social Reproduction Theory: Remapping Class, Recentering Oppression. Pluto Press.
    - Hirata, Helena (2021), Le care, théories et pratiques, La Dispute.
    - ILO (2018), Care Work and Care Jobs for the Future of Decent Work. Internationales Arbeitsamt.

    Zeitplan

    Frist für die Übermittlung von Einreichungen: 17. Januar 2022
    Antworten auf eingereichte Texte werden bis zum 31. Januar 2022 übermittelt.
    Konferenz: 4. und 5. März 2022

    Guidelines zur Einreichung

    Name und institutionelle Zugehörigkeit
    Biographische Angaben (individuell oder kollektiv): bis zu 100 Wörter
    Limit Abstract: 200 bis 400 Wörter
    Abstracts können in den folgenden Sprachen verfasst werden: Portugiesisch, Spanisch, Französisch oder Englisch. Bitte senden Sie diese an
    isupcuidados[at]gmail.com

    Konferenz

    4. und 5. März 2022
    Fakultät für Geisteswissenschaften – Universität Porto

    Organisationen:

    Institut für Soziologie – Universität Porto
    transform! europe

    Wissenschaftliches Komitee:

    Carlos Manuel Gonçalves, Conceição Nogueira, Helena Hirata, Inês Barbosa, Inês Brasão, João Teixeira Lopes, José Soeiro, Manuel Abrantes, Nuno Dias, Sofia Cruz, Tânia Leão, Teresa Cunha, Tithi Bhattacharya.

    Organisationskomitee:

    Inês Barbosa, José Soeiro, Sofia Cruz, Tânia Leão.

    Gastreferentinnen:

    Helena Hirata

    Soziologin und emeritierte Forscherin am Centre National de la Recherche Scientifique, CRESPPA/GTM, Paris; Gastwissenschaftlerin der Abteilung für Soziologie der Universität São Paulo. Mitglied des Lenkungsausschusses des internationalen und interdisziplinären Netzwerks MAGE (Marché du travail et genre). Jüngste Veröffentlichungen: Care and Careworkers. A Latin American Perspective, Springer, 2021 (mit Nadya Araujo Guimarães) und Le care: théories et pratiques, Paris: La Dispute, 2021.

    Tithi Bhattacharya

    Professorin und Direktorin der Abteilung für Globale Studien an der Purdue University; Arbeitsschwerpunkt: Beziehungen zwischen Kolonialismus, Klasse und Geschlecht. Zusammen mit Cinzia Arruzza war sie eine der Hauptorganisatorinnen des International Women‘s March in den Vereinigten Staaten. Herausgeberin von Social Reproduction Theory: Remapping Class, Recentering Oppression, 2017 veröffentlicht von Pluto Press, und – zusammen mit Cinzia Arruzza und Nancy Fraser – Autorin von Feminismus für die 99 %, das 2019 in mehreren Sprachen veröffentlicht wurde.


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