• 15 Oktober 2020 - 15 Oktober 2020
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  • Web-Seminar
  • Industrie 4.0 im Automobilsektor

  • Perspektiven entlang globaler Wertschöpfungsketten: 15. Oktober, 14:30 - 16:00 (CET).

    Die Entwicklungen überschlagen sich. Der Corona-Virus führt zu enormen Einschnitten in den Volkswirtschaften weltweit. Einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren des modernen globalen Kapitalismus ist die Automobilbranche. Diese war schon vor der Corona-Krise unter immensem Druck wegen Überproduktion und deutlich sinkender Nachfrage. Neue Technologien, oftmals eingeführt durch gänzliche neue Anbieter aus den USA und China bringen Elektromobilität und selbstfahrende Fahrzeuge ins Spiel, und setzen damit selbst die Giganten der Branche zusätzlich unter Druck.

    Neben neuen Konsumgewohnheiten und verschärften Umweltgesetzen könnte eine technologische Entwicklung auf Seite der Produktion die Automobilbranche auf den Kopf stellen: Industrie 4.0. Dieser neue Typus der Produktion erlaubt die Kontrolle jedes Produktionsschritts und jeder Arbeiterin und jedes Arbeiters in realer Zeit. Die Konzernzentralen erreichen damit die totale gläserne Produktion und vor allem die Kontrolle über die Körper der Arbeiter_innen. Dazu übt die Digitalisierung der Endprodukthersteller Druck auf die Zuliefererindustrie aus: Der digitalen Aufrüstung als Wettbewerbsvorteil und einer Produktionsdatenübertragung in Echtzeit stehen in einigen Produktionsgebieten wenig ausgereifte Datenschutzbestimmungen und -gesetze gegenüber.

    Wir wollen diskutieren wie es um die Einführung von Industrie 4.0 in der Automobilbranche in den Wertschöpfungsketten in Europa und in Indien bestellt ist. Was kann diese neue Form der Produktion für die Widerstandsformen der Arbeiter_innen bedeuten? Während die Wirtschaftszentren des globalen Norden große Hoffnungen auf die vierte industrielle Revolution setzen, wird bisher kaum darüber gesprochen, was diese Neuerungen für Arbeiter_innen in weniger industrialisierten Regionen bedeutet. Kurz gesagt: Welche Rolle wird diese neue Form der Produktion im weltweiten Klassenkampf spielen?

    Wir haben zwei Sprecher_innen eingeladen, mit Eingangsstatements in eine gemeinsame Diskussion einzuführen:

    Rakhi Sehgal ist Autorin einer Studie der RLS zu Beschäftigungseffekten der Industrie 4.0 im Automobilsektor in Indien. Sie ist Mitglied bei Gurgaon Shramik Kendra (Gurgaon Workers' Center) und Gurgaon Mahila Kaamgar Sangathan (Gurgaon Working Women's Collective). Rakhi Sehgal ist consulting researcher bei der International Labour Organisation (ILO).

    Matteo Gaddi ist Mitglied der Arbeitsgruppe zu Transformation der Produktion bei transform! europe. Er ist Mitglied des Vorstands der Associazione Culturale Punto Rosso und Mitautor einer Studie zu Beschäftigungseffekten der Industrie 4.0 in Italien.

    Im Anschluss an die Statements werden wir in einer Gruppendiskussion mit Aktivist_innen, Gewerkschafter_innen und politischen Entscheidungsträger_innen weitere Aspekte beleuchten.

    Anmeldung

    Wir bitten um Anmeldung: anastasia.blinzov@rosalux.org. Die Veranstaltung findet über Zoom statt, der Link wird rechtzeitig an alle angemeldeten Personen verschickt.

    Die Veranstaltung findet auf Englisch statt mit Simultanübersetzung ins Deutsche.

    Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit Associazione Culturale Punto Rosso und transform! europe


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