• 11 Oktober 2012 - 12 Oktober 2012
  • Potsdam
  • Universität Potsdam

  • Hegemonie und Multipolarität – Weltordnungen im 21. Jahrhundert

  • 5. Außenpolitische Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift "WeltTrends"

    Welche Ordnungen prägen die Welt von morgen? Welche tektonischen Verschiebungen in der Weltpolitik sind im 21. Jahrhundert zu erwarten? Welche Konzepte von Weltordnung widerstreiten zu Beginn des neuen Jahrtausends und welche alten und neuen Spieler sind am Great Game beteiligt?

    Die USA verlieren global an Einfluss, obwohl man sich nach dem Ende des Kalten Krieges als neuen Hegemon in einer unipolaren Welt verstand. Asien, insbesondere China, gilt als heißer Anwärter auf die Position eines Hegemons. Die Europäische Union versteht sich trotz aktueller Krisen als Global Player; der eurasische Raum formiert sich neu; Brasilien und Indien sind im Spiel. Die Zeit der Hegemone scheint vorbei; es bricht offenbar jene der Multipolarität in den globalen Beziehungen an. Damit steht die Frage, wie die neuen und alten Mächte ihre Konflikte heute und künftig austragen: Werden Wettrüsten, Finanz-und Handelskriege die internationalen Beziehungen weiterhin prägen oder gelingt es, im Rahmen der Vereinten Nationen eine multipolare Weltordnung zu schaffen, die durch Frieden und Gerechtigkeit geprägt ist?

    Gegenstand der fünften außenpolitischen Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist das Wechselverhältnis von Hegemonie und Multipolarität in der globalisierten Welt im 21. Jahrhundert. Sie stellt sich der konzeptionellen Herausforderung, wie eine Weltordnung aussehen könnte, in der Frieden, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche sowie ökologische Nachhaltigkeit gesichert sind. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen konzeptionelle Vorstellungen zu Macht und Einfluss in den internationalen Beziehungen und alternative Überlegungen zu den Ordnung(en) der Welt von morgen. Mit einem kritischen Blick in die Geschichte der internationalen Beziehungen werden die zu erwartenden Machtverschiebungen von WissenschaftlerInnen und Außenpolitik-ExpertInnen von vier Kontinenten diskutiert.

    Dabei kommen sowohl analytische Zugänge aus Europa und den USA als auch die Perspektiven der „neuen Mächte“ China, Russland, Indien und Brasilien zur Sprache. Zugleich wird Deutschland in den Debatten über künftige Ordnungen der Welt eine wichtige Rolle spielen. Inwiefern hat Deutschland globale Interessen einer „geoökonomischen Macht“? Läuft seine Entwicklung darauf hinaus, politisch und historisch innerhalb der EU eine Rolle als „Hegemon wider Willen“ zu spielen? Ist Deutschland zwanzig Jahre nach der deutschen Vereinigung in eine neue internationale Rolle eingerückt und kehrt damit die „deutsche Frage“ wieder?

    Die an der Universität Potsdam ausgerichtete zweitägige Fachtagung wendet sich an ein breites außenpolitisch interessiertes Publikum.


Programm

Donnerstag, 11. Oktober 2012

9.00 Uhr Registrierung

10.00 Uhr Begrüßung

10.15 Uhr Panel 1

Hegemonie versus Gleichheit in der internationalen Politik. Konzeptionelle Überlegungen und historische Erfahrungen

Die früheren, historisch überlieferten und gewachsenen Konzepte von Ordnung, Macht und Hegemonie in den internationalen Beziehungen sind neu zu diskutieren und kritisch zu befragen. Können sie auch im 21. Jahrhundert dazu beitragen, die internationalen Beziehungen zu analysieren? Welche Möglichkeiten bietet das Konzept der souveränen Gleichheit der Staaten, Hegemonie-Konzepten wirksam entgegen zu treten?

12.00 Uhr Panel 2

Nach dem Ende der Bipolarität. Machtverschiebungen im 21. Jahrhundert

Unterschiedliche Konzepte der Analyse der internationalen Beziehungen zielen darauf, die Machtverschiebungen im 21. Jahrhundert zu verstehen und daraus außenpolitische Handlungslinien zu entwickeln. Um die Welt zu verstehen, muss die Enge eines europa-oder westzentristischen Blicks verlassen werden. Es werden sowohl analytische Zugänge aus Europa und den USA, als auch die Perspektiven der "neuen Mächte" China, Russland, Indien und Brasilien diskutiert.

19.00 Uhr Ende der Debatte

Freitag, 12. Oktober 2012

10.00 Uhr Panel 3

Großmächtig oder partnerschaftlich? Zur neuen Rolle Deutschlands im 21. Jahrhundert

Hat Deutschland globale Interessen einer "geoökonomischen Macht"? Soll es innerhalb der EU eine Rolle als "Hegemon wider Willen" spielen? In diesem Panel wird diskutiert, ob und inwiefern das vereinte Deutschland zwanzig Jahre nach der deutschen Vereinigung in eine neue Rolle eingerückt ist und ob damit eine Wiederkehr der "deutschen Frage" stattfindet. Es werden Sichten auf dieses Problem aus Deutschland, Polen und Tschechien diskutiert.

12.00 Uhr Panel 4

Hegemonie, Multipolarität oder Nicht-Polarität im 21. Jahrhundert. Abschlussdebatte

Im Hinblick auf die Perspektiven der internationalen Politik und die Möglichkeiten einer friedlichen Weltordnung wird ein Fazit aus der Debatte um die Konzepte von Weltordnungen gezogen. Hegemonialordnungen großer oder global agierender Mächte tragen stets die Gefahr des Krieges in sich, zumal wenn Machtkonkurrenzen mit Wettrüsten und militärischen Konflikten ausgetragen werden. Wie können Umrisse einer friedlichen Weltordnung aussehen?

14.00 Uhr Ende der Konferenz