• Es gibt Alternativen! - Für ein neues Entwicklungsmodell zur Überwindung der Krise
  • Gründungstreffen der neuen Transform! Arbeitsgruppe zur europäischen Reindustrialisierung

  • Von Maxime Benatouil | 08 Oct 14 | Posted under: Productive Transformation
  • Auf Initiative von transform! europe, traf am 25. September an der römischen Universität La Sapienza eine interdisziplinäre Gruppe aus Ökonom_innen, Gewerkschafter_innen und Historiker_innen zusammen, um eine neue Arbeitsgruppe zu gründen, die sich mit der Reindustrialisierung Europas beschäftigen wird. In diesen Themenbereich fallen Fragen wie: Was sind die wichtigsten Themen in Zusammenhang mit der europäischen Industriepolitik? Welche Faktoren erklären den anhaltenden Niedergang der europäischen Industrie? Was bedeutet Junckers neues Investitionsprogramm für die Wirtschaft im aktuellen Kontext? Was müssen wir unternehmen, um der wachsenden „Finanzialisierung“ der Wirtschaft entgegenzuwirken? Welche Rolle sollen die Arbeiter_innen übernehmen?  Anders ausgedrückt; wie kann ein progressives, neues Entwicklungsmodell wachsenden sozialen und ökologischen Bedürfnissen gerecht werden, während gleichzeitig ein Ende der europäischen Krise herbeigeführt werden soll?

    Seit dem Ausbruch der Krise stellte die Entwicklung von Alternativen einen Arbeitsschwerpunkt für transform! europe dar. Der Beitrag zur Debatte über die sinnvolle Umstrukturierung Europas geht auf die Gründung der Economists‘ Working Group (TEWG) im letzten Jahr in Paris zurück. Kurz darauf hielt die TEWG zwei Workshops zu diesem Thema im Zuge der Jahreskonferenz 2013 der European Association for Evolutionary Political Economy – einem bedeutenden europäischen Netzwerk heterodoxer Ökonom_innen – ab, die schließlich zur Veröffentlichung eines Diskussionspapiers führten.

    Mit dieser etwas kleineren Arbeitsgruppe, die Industrieexpert_innen zusammenführen soll, versucht transform! europe in einem Thema aktiv zu werden, das für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen für Europa sehr wichtig erscheint. Transform! europe und möchte auch aus bereits erzielten Erfolgen Nutzen ziehen und die Latte höher legen. Die neue Arbeitsgruppe zur europäischen Reindustrialisierung wird nicht nur eine tiefgreifende Analyse der aktuellen europäischen Industriepolitik und deren ideologische Wurzeln liefern, sondern wird auch konkrete Vorschläge zu einem neuen Entwicklungsmodell mit den folgenden Kerninhalten machen: die „De-Finanzialisierung“ der Wirtschaft, eine neue Bedarfsdefinition, eine Aufwertung der Arbeitskräfte und ihrer Rolle im Unternehmen, wirtschaftliche Demokratie auf jeder Produktionsebene, sowie große Investitionspläne, die sich nach dem (hohen) gesellschaftlichen Nutzen und den (niedrigen) negativen externen Auswirkungen richten.

    Die Arbeitsgruppe arbeitet gerade an einem Grundsatzpapier, in dem sie ihre Ansichten zu politischen Maßnahmen darlegt, die von der EU aktuell befürwortet werden – Stichwort Wettbewerbspolitik oder Horizont 2020-Strategie – und skizziert die Leitlinien für ein progressives, neues Entwicklungsmodell. Darüber hinaus ist ein Diskussionspapier in Arbeit. Dieses soll Raum bieten für die sorgfältige Analyse von Schlüsselthemen, die mit konkreten Aspekten der sinnvollen Umstrukturierung zu tun haben. Außerdem werden einige Mitglieder dieser Arbeitsgruppe an einem Workshop zum Thema Industrie teilnehmen, den die Rosa Luxemburg Stiftung am 16. und 17. Oktober in Brüssel abhalten wird, bei dem auch Bundestagsabgeordneter Axel Troost (stellvertretender Vorsitzendender der LINKEN), sowie Dimitrios Papadimoulis und weitere Abgeordnete der GUE/NGL anwesend sein werden. Transform! europe wird auch einen Workshop im Dezember organisieren, im Zuge dessen die Ergebnisse des Diskussionspapiers einem größeren Publikum präsentiert werden.


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