• Podiumsdiskussionen zum produktiven Wiederaufbau
  • Die transform! ÖkonomInnen-Arbeitsgruppe auf der EAEPE-Konferenz

  • Von Maxime Benatouil | 13 Nov 13
  • Die European Association for Evolutionary Political Economy (EAEPE) hielt von 7.-9. November ihre Jahreskonferenz zur Zukunft der Industrie in Paris ab. Die Teilnahme an dieser wichtigen, heterodox ausgerichteten Veranstaltung wurde anlässlich der Gründung der transform! ÖkonomInnen-Arbeitsgruppe (transform! Economists Working Group - TEWG) im vergangenen April vorgeschlagen, als sich das Netzwerk versammelte, um die Debatte rund um die Wettbewerbsfähigkeit, die Europa als Ganzes erschüttert, zu diskutieren.

    Die Präsenz der transform! Arbeitsgruppe auf der EAEPE-Konferenz war der erste Schritt in Richtung einer globaler Reflexion des Themas produktiver Wiederaufbau.

    Die TEWG widmete 2 Podien der Frage, welche Maßnahmen in Zeiten der Krise für einen produktiven Wiederaufbau in Südeuropa und in der EU-Industriepolitik insgesamt vonnöten wären. Mehr als 40 Personen nahmen an den Podiumsdiskussionen teil, was die Relevanz des Themas verdeutlicht.

    Podium 1:

    • Annamaria Simonazzi (Universität Rom) präsentierte industriepolitische Empfehlungen für Italien und betonte die Notwendigkeit einer Entwicklung, die regionale und sektorale Anforderungen erfüllt.
    • Armando Steinko (Universität Madrid) konzentrierte sich auf Spanien und betonte die Bedeutung eines sozial-ökologischen produktiven Wiederaufbaus für eine nachhaltige Ausgestaltung des Sozialstaats.
    • Valia Aranitou (Universität Kreta) schlug politische Maßnahmen für eine Reindustrialisierung Griechenlands durch die effektive Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen vor.
    • Gabriel Sakellaridis (Wirtschafts-Koordinator von SYRIZA im griechischen Parlament) präsentierte vor allem strategische Maßnahmen eines neuen Produktionsmodells (etwa demokratische Planung durch Einbeziehung der BürgerInnen).

    Podium 2:

    • Josef Baum (Universität Wien) analysierte den Zusammenhang zwischen Reindustrialisierung und Energiepolitik in Europa und in den USA.
    • Sigfrido Ramirez (Universität Kopenhagen) näherte sich dem Thema Industriepolitik auf EU-Ebene mittels eines historischen und rechtlichen Ansatzes, welcher die Vielschichtigkeit des Begriffs aufzeigte; er appellierte an die Linke, daran anzuknüpfen.
    • In Abwesenheit von Jean-Christophe Le Duigou (Confédération générale du travail  – CGT) präsentierten wir seine Prioritätenliste für eine effektive europäische Industriepolitik: Umschulung der ArbeiterInnen im Einklang mit der ökologischen Wende, Erhöhung der Anstrengungen für Forschung und Innovation, Entwicklung einer konsequenten Energiepolitik, Gewährleistung einer besseren Finanzierung von Wachstum und Ausgestaltung einer neuen Handelspolitik.
    • Zu guter Letzt befasste sich Mario Pianta (Universität Urbino) mit Überlegungen zu den Inhalten einer europäischen Industriepolitik: Ökologisierung der Wirtschaft, bessere Nutzung des Potentials der Informations- und Kommunikationstechnologie, Entwicklung der Care-Ökonomie in den alternden europäischen Gesellschaften.
      Sein vollständiger Beitrag wird in der kommenden Ausgabe der transform!-Zeitschrift Anfang Dezember publiziert.

     

    Das Gros der Beiträge wird gesammelt und demnächst auf der transform! Website veröffentlicht.

    Die TEWG wird sich auf das Thema produktiver Wiederaufbau konzentrieren und bis Februar 2014 ein Arbeitspapier vorlegen, um an der Debatte im Rahmen des bevorstehenden Europa-Wahlkampfs teilzunehmen.

    Im Laufe des Jahres 2014 wird transform! europe eine Konferenz zum Thema organisieren.