• Konferenzbericht
  • Nationalismus, Neoliberalismus und Linke Perspektiven

  • Von Petre Damo | 17 Jun 13
  • Im Rahmen des Zagreber „Subversive Festival 2013“ wurde am 9. Mai ein Seminar zum Thema „Nationalismus, Neoliberalismus und Linke Perspektiven“ abgehalten. Es stieß bei den rund 80 Teilnehmer_innen auf reges Interesse und war die Fortsetzung eines Seminars über die „Nationale Frage in Ostmitteleuropa“, das im April 2012 in Bukarest stattfand. Das rumänische Seminar war mit der Unterstützung von transform! Europe und der GUE/NGL-Parlamentsfraktion von AD FSR organisiert worden.

    Hauptidee der Zagreber Veranstaltung war es, das vorangegangene Projekt auf die nächste Stufe zu stellen, indem wichtige Problemfelder  kritisch analysiert und hinterfragt wurden: das neoliberale Paradigma, das die Menschen entzweit; die innerste Struktur der Gesellschaft und was diese zusammenhält; sowie Staatenkonstrukte, die zum Erhalt der politischen Macht das sensible Thema der Nationalen Frage in Europa instrumentalisieren.

    Die Organisation des Seminars sollte das Bedürfnis der Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien erfüllen, über ihre eigene Geschichte und einschlägigen Erfahrungen zu sprechen.

    Von einem politischen Standpunkt gesehen eröffnete das Seminar darüber hinaus Möglichkeiten für die Entstehung und Entwicklung eines politischen Diskurses im Feld der Nationalen Frage und des Nationalismus abseits der vorherrschenden dreisten neoliberalen Agenda.

    Das Seminar selbst war in drei Podiumsdiskussionen unterteilt, nämlich:

    1. 'Nationalismus, die nationale Frage und die Linke' (Podium: Catherine Samary, Stipe Ćurković, Rastko Močnik und Walter Baier, Moderation: Petre Damo – die Videoaufzeichnung finden Sie rechts unter “Multimedia”)

    2. 'Neoliberalismus und Nationalismus' (Podium: Friedrich Burschel, Maja Breznik und Nikola Vukobratović, Moderation: Boris Kanzleiter)

    3. 'Die Nationale Frage im Europa der Gegenwart' (Podium: Peter Veermeersch, Peter Geoghegan und G. M. Tamás, Moderation: Igor Štiks)

    In der ersten Diskussion präsentierten die Sprecher_innen verschiedene Annäherungen an die Konzepte des Nationalismus und der Nationalen Frage aus einer politisch linken und historischen Perspektive. Das zweite Podium verknüpfte die Problematik des Nationalismus mit den Nachkriegspolitiken und dem gegenwärtigen Neoliberalismus und veranschaulichte diese anhand von Fallstudien aus Deutschland und Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Die letzte Podiumsdiskussion versuchte, eine aktuelle europäische Perspektive in die Nationale Frage einfließen zu lassen.

    Im Sinne eines ausgewogenen und objektiven Berichts muss abseits der bereits erwähnten Ziele und Errungenschaften des Seminars, die von den meisten Teilnehmenden durchaus anerkannt wurden, auch eine Kritik angebracht werden: So haben es die Organisator_innen etwa nicht geschafft, aus den Ergebnissen einen Nutzen zu ziehen und weitere Entwicklungen anzustoßen.

    Das Seminar, von AD FSR konzipiert und entwickelt, wurde mit der vollen finanziellen Unterstützung des transform! Netzwerkes sowie der politischen Unterstützung von transform! und Rosa Luxemburg Stiftung verwirklicht. Auch die Organisator_innen des Zagreb Subversive Festivals hatten volle politische und logistische Unterstützung gewährleistet.