• Web 2.0 und Alexis Tsipras Kandidatur für die EU-Kommissions-Präsidentschaft
  • Gemeinsame Kampagne für einen gemeinsamen Kandidaten

  • 30 Apr 14 Posted under: Informationsgesellschaft
  • Matthaios Tsimitakis aus dem Social-Media-Kampagnenteam von Alexis Tsipras: Wir rufen alle online aktiven Genoss_innen auf, in den nächsten 3 Wochen Alexis Kandidatur zu unterstützen. In unseren Bemühungen, der Linken im neuen Europaparlament eine größere Macht zu verleihen, könnte sich das als extrem wichtig erweisen.

    Alexis Tsipras gemeinschaftliche Kandidatur für die Präsidentschaft der Europäischen Kommission sendet nicht nur ein Signal der Solidarität zwischen den Schwesterparteien in Europa aus, sondern drückt auch die nötige Geschlossenheit der Kräfte im Kampf aus, auf die es in diesem Mai auf nationaler wie europäischer Ebene ankommt.

    Es ist Zeit für eine gemeinsame Kampagne der Linken. Eine Kampagne, die nicht nur weiterführen soll, was die sozialen Bewegungen in den Krisenjahren auf unserem Kontinent begonnen haben, sondern die auch auf breiter Ebene das Signal aussendet, dass das europäische Projekt demokratisch und sozial sein muss, da es sonst nicht existieren kann. Das ist nicht nur ein politisches Konzept, sondern auch eine Richtlinie dafür, wie dieses Signal an die Bürger_innen Europas verbreitet werden soll.

    Wir haben uns das Internet als zentrales Medium für diese Wahlen ausgesucht – nicht nur wegen des begrenzten Zugangs, den wir zu den anderen Medien haben, sondern hauptsächlich aus den oben genannten Gründen. Das Internet bietet dafür den passenden Rahmen. Alexis war bereits zweimal in Italien, sowie in Portugal und Spanien, Frankreich, Holland, Belgien, Slowenien und Irland und plant bis 25. Mai noch so viele Länder wie möglich zu besuchen. Wenn wir jedoch eine wirksame Kampagne führen wollen, muss die Zusammenarbeit der Parteien mehr als diese Reisen umfassen. Diese können aber den Ausgangspunkt für eine breitere Interaktion darstellen.


    Twitter-Kampagnen

    Wir haben schon Beispiele gesammelt, wie so etwas aussehen kann. Als Angela Merkel Athen besuchte, starteten wir auf Twitter in Griechenland und Italien die Kampagne mit dem Hashtag #wearealltroublemakers, das im italienischen Internet beinahe den ganzen Tag über an der vierten Stelle der meistdiskutierten Themen stand; in Griechenland wurde es immerhin zum zehntgrößten Thema. Während Alexis Tour in Portugal und Galicien erlebten wir eine großartige, enorm anwachsende Interaktion zwischen italienischen, portugiesischen und spanischen Social-Media-Nutzer_innen, die die Drähte in der portugiesischen, galicischen und griechischen Twitter-Sphäre heiß laufen ließ. Bei all diesen Gelegenheiten drückte Alexis in seinem Account seine Unterstützung für die offiziellen Twitter-Accounts der Parteien und Politiker_innen aus, die er besuchte. Je stärker die Interaktion, desto öfter wird die Message verbreitet – das wissen wir.


    Das Web 2.0 nutzen

    Es gibt äußerst interessante Beispiele dafür, wie das Web 2.0 für eine Kampagne genutzt werden kann. Occupy Wall Street setzte stark auf die Hashtag-Methode, die es Menschen erlaubt, sich nicht nur online zu organisieren, sondern auch lokale Bewegungen zu gründen, die dasselbe Ziel verfolgen. Neuere Beispiele sind die Hashtags #myNYPD, der den ersten wirklich globalen Online-Protest gegen Polizeigewalt und Diskriminierung darstellt (siehe The Guardian) und #EUdebate2014 (siehe Euronews), was auch zeigte, wie eine Institution die Macht eines chaotischen Netzwerks der digitalen Kommunikation kontrollieren und manipulieren kann.


    An unsere Schwesterparteien: Folgt unseren Hashtags!

    In den kommenden 3 Wochen möchten wir Alexis Website, seinen Twitter-Account und seinen Facebook-Account als zentrale Angelpunkte im weiten Netzwerk unserer offiziellen Social-Media-Accounts so intensiv wie möglich nutzen. Darum wollen wir sämtliche Social-Media-Manager unserer Schwesterparteien dazu auffordern, unseren Hashtags zu folgen und ihre Genoss_innen und Netzwerke zu bitten, diese Botschaft zu verbreiten. Gleichzeitig werden wir an allen lokalen Social-Media-Kampagnen teilnehmen, die wiederum diese vor einem möglichst breiten Publikum bewerben. Wir glauben, dass dieser Mechanismus zu zwei oder drei äußerst wichtigen Online-Events vor den Wahlen am 25. Mai führen kann.


    In der Praxis

    Wir nutzen eine Mailing-Liste, in der Social-Media-Manager unterschiedlicher Parteien Informationen koordinieren und austauschen. Der wichtigste Hashtag für Alexis Kandidatur ist #ELchangeEurope (also „European Left changes Europe“). Wir bitten euch, ihn so oft wie möglich zu verwenden und gleichzeitig öffentliche Hashtags wie #EP2014, der eine gemeinsame Plattform für die EU-Wahlen darstellt, zu „hacken“. Wir planen zwei Social-Media-Proteste: einen am 10. Mai, an dem Alexis nach Berlin kommen wird, und einen am 15. Mai, an dem die EBU-Debatte stattfinden soll.

    Heute ist es üblich, dass Online-Fragen aus der Öffentlichkeit in Debatten aufgenommen werden. Daher möchten wir unsere Mitglieder und Freund_innen dazu anhalten, die Agenda der Linken auch in den virtuellen Foren zu verbreiten.


    Crowd-Sourcing

    Wir versuchen auch noch, einen abschließenden virtuellen Event mit Alexis zu organisieren, im Zuge dessen User_innen Fragen stellen können, die von Alexis beantwortet werden. Insgesamt hoffen wir, dass Menschen auch selbst kreativ werden und unsere Agenda über eigene Kanäle verbreiten werden, wie #endausterity, #regaindemocracy und viele mehr, da so ein sehr wirksames Crowd-Sourcing unserer Kampagne stattfinden würde.

    Ein Beispiel: Als Angela Merkel Alexis Tsipras einen „troublemaker“ genannt hatte, machte der Hashtag #wearealltroublemakers die Runde: „Madame #Merkel, the people of Europe will #endausterity and fight to #regaindemocracy. In other words, #wearealltroublemakers.“


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